Where to Invade Next

In bester Michael-Moore-Tradition political incorrect und parteiisch: Geheime Mission des Filmemachers nach Europa und Nordafrika für das Pentagon, um von dort Ideen und Werte zu entwenden, die die marode Situation in den USA entscheidend verbessern könnten. Er stößt auf Errungenschaften wie Mutterschutz oder Mutter-Kind-Kuren. Dinge, die in den USA weithin unbekannt sind. Arte Mediathek

Der Film ist etwas für ganz schlichte Gemüter und ich wundere mich echt, das Arte einen solchen Mist ausstrahlt. Wäre ich nicht stark erkältet und würde nicht halbtot auf dem Sofa liegen, dann hätte ich mir das nie angetan.

Rosinenpicken lautet das Stichwort, es wird bei europäischen Ländern (+Tunesien) immer das rausgestellt, was vermeidlich am besten ist. Ob und welche Probleme dies produziert, wird nicht hinterfragt. Beispiel Italien, hier werden die hohen Urlaubsansprüche und das 13. Monatsgehalt herausgestrichen. (Dabei sind in Österreich sogar 14 Gehälter üblich.) Aber kein Wort davon, dass dies nur toll ist, wenn man Arbeit hat, dass es keine Arbeitslosenunterstützung gibt, wird verschwiegen. Beispiel Deutschland, wo man zwar das Prinzip der Betriebsräte vorstellt, aber was an Deutschland wirklich interessiert, sind dann doch die Nazis. Oder genauer gesagt ist es toll, wie die Erinnerungskultur in den Schulen gelehrt wird. Ich fand es zwar extrem bescheiden, von 5.-13. Klasse mit dem Thema gequält und vermutlich dieser großartige Unterricht dafür verantwortlich, dass ich innerlich einigen Gauland- und Höcke-Zitaten in Jubel ausbreche, aber offiziell ist alles großartig. Schulbedingt hat die deutsche Erinnerungskultur einen erklärten Feind gefunden. Schule verbinde ich u.a. wegen Büchern wie *Damals war es Friederich*, *Die Welle* und Pauswangs *Die Wolke* an einen diktaturhaften Ort, in welchem man nicht selbst denken durfte und Ideologien eingeimpft bekam.

Mag ja sein, dass das Gefängnissystem in Norwegen humaner ist, aber die Gesellschaft ist auch nicht so gewalttätig wie in den USA. Den männerfeindlichen Mist aus Tunesien und Island will ich gar nicht erst kommentieren.

Fazit

Dreck, der noch nicht einmal unterhaltsam ist.

Genre Dokumentation, Comedy
Regie Michael Moore
Hauptdarsteller Michael Moore
Studio Dog Eat Dog Films
FSK-Bewertung Ab 12 freigegeben
Produzenten Rod Birleson

 

Where to Invade Next [DVD] [UK Import] Copyright Dogwoof

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6 Gedanken zu “Where to Invade Next

      • Inzwischen frage ich mich auch, ob er jemals gut gewesen ist.
        Er hat einen gewissen Humor, er hat immer Zeitgeist-Themen aufgegriffen, aber wirklich intelligent oder gar intellektuell waren seine Filme nie. Da ist jede Doku in den Öffis hochklassiger.

      • Na, es muss ja nicht immer nur intellektuell sein. Er hat sicher ein Talent dafür, komplexe Sachverhalte (mit manchmal recht plakativen Bildern und Aussagen) anschaulich zu erläutern und so Menschen näherzubringen, die sich nicht unbedingt damit auseinandersetzen würden. Das ist Moore auf jeden Fall hoch anzurechnen.
        Aber Where to Invade…. ist da aber offenbar etwas zu einseitig gefärbt.

      • Es ist wirklich platt, so wird Tunesien dafür gelobt, dass es (als islamisches Land) Abtreibungen erlaubt und die Frauen es sich erkämpft haben, in der Verfassung erwähnt zu werden.

        Abtreibungen sind in fast jedem EU-Land erlaubt ud im Grundgesetz wird auch darauf hingewiesen, dass niemand wegen seinens Geschlechts diskriminiert werden darf.

        Nicht genommenen Urlaub kann man meines Wissens auch in Deutschland in das nächste Jahr schieben und Mutterschaftsurlaub haben gibt es ebenfalls (Italien.)

        Und natürlich sind an Deutschland weniger die Betriebsräte interessant als vielmehr die Nazis. Damit war der Film für mich endgültig erledigt.

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