In Frieden leben

Zwei versprengte amerikanische Soldaten landen 1944 auf ihrer Flucht vor den Deutschen in einem kleinen, abgelegen Dorf im italienischen Umbrien. Einer der beiden ist verletzt und hat keine Chance weiter zu kommen. Doch der Bauer Tigna versteckt den Dunkelhäutigen bei sich und nimmt sich seiner an. Eines Abends trifft der angetrunkene deutsche Ortskommandant im Hause des Bauern auf den ebenfalls alkoholisierten, in seinem Versteck randalierenden Amerikaner. Unfähig, sich der Kriegswirklichkeit bewusst zu werden, fallen sich beide in die Arme. Am nächsten Tag erreicht der Krieg das Dorf direkt und die Einwohner fliehen in die Berge. Plötzlich ist der einstmals schwer Verwundete spurlos verschwunden und Tigna wird mit der deutschen Nachhut konfrontiert.

Ein Werk voller Menschlichkeit und völkerversöhnender Liebe – als Dokument des italienischen Neorealismus und als bedeutsames Kunstwerk von hohem ethischen Anspruch gleichermaßen bemerkenswert. (OCIC-Preis 1947 in Brüssel) Amazon

Wahrscheinlich wäre mir ohne die Lektüre von Die Herkunft der anderen: Über Rasse, Rassismus und Literatur gar nicht aufgefallen, wie extrem rassistisch dieser Film angelegt ist.

Mich hat gleich gewundert, warum es einen weißen und einen schwarzen Soldaten gab, obwohl die amerikanische Armee im 2. Weltkrieg streng getrennt nach Hautfarben war.

In Laufe des Films gibt dies aus rassistischer Sicht durchaus Sinn, wurde doch jemand gebraucht, der mit seinem kindisch-unverantwortlichen Verhalten eine Katastrophe auslöst. Und dafür wurde eben ein Schwarzer gebraucht. Und um mit den Klischees weiterzumachen, kann er hervorragend Saxophon spielen und hat den Hüftschwung im Blut. Das geht weit über das Denken der Dorfbewohner *Der Neger und der Amerikaner* hinaus, als könnten nur Weiße Amerikaner sein.

Ansonsten war es phantastisch, wie wunderbar fließend sich ein einfaches, italienisches Bauernmädchen und ein Amerikaner unterhalten können. Der Farbige bringt dagegen nur *Nix verstehen!* heraus, hat aber während der Offensive wohl einen Italienisch-Intensivkurs belegt.
Ansonsten zeichnet sich der Film durch gelebte Nächstenliebe aus, denn der Bauer versucht wirklich jedem zu helfen. Oder ist es im wahrsten Sinne Bauernschläue, mit der er sich mit jedem gutstehen möchte? Dies muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Schauspielleistungen waren durchaus gut, nur die Szene der Entdeckung wirkt durch das übertriebene Lachen gekünstelt.
Das Bild der DvD ist durchweg als mies zu bezeichnen, ab und zu wird der Bildschirm schwarz und die Markierungen für die Filmvorführer erscheinen. Nach dem Ende werden die letzten Szenen wiederholt. Die 6 Minuten längere, italienische Version des Films ist nicht untertitelt.

Fazit

Auf der einen Seite ein sehr rassistischer Film, auf der anderen Seite durchaus ein Film über Nächstenliebe.

Darsteller: Aldo Fabrizi, Gar Moore, Mirella Monti, John Kitzmiller, Heinrich Bode
Regisseur(e): Luigi Zampa
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: POLAR Film + Medien GmbH
Erscheinungstermin: 16. Juni 2016
Produktionsjahr: 1947
Spieldauer: 86 Minuten

 

In Frieden leben Copyright POLAR Film + Medien GmbH

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