Mord im Orient Express (2017)

In letztem Moment gelingt es dem belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot, sich ein Abteil im Orient-Express zu sichern, der voller illustrer Gestalten ist. Den Auftrag des undurchsichtigen Amerikaners Ratchett, ihn zu beschützen, schlägt Poirot aus. Am nächsten Tag ist Ratchett tot, und der Zug steckt in einer Schneewehe fest. Poirot beginnt mit der Befragung der zwölf Verdächtigen. Doch jeder von ihnen scheint ein hieb- und stichfestes Alibi zu haben. Und doch hat Poirot alsbald einen unerhörten Verdacht. Amazon

Das war ein Film, bei dem ich immer das Gefühl hatte, etwas zu versäumen, wenn ich ihn nicht sehe. Jetzt wünschte ich, ich hätte ihn nicht gesehen. So sehr ich Kenneth Branagh in Shakesphere – Verfilmungen schätze, mit *Mord im Orient-Exepress* hat er sich keinen Gefallen getan. Er wirkt als Poirot einfach lächerlich. Sicherlich Ustinov hatte auch nicht die täuschende Ähnlichkeit eines David Suchet mit Poirot, aber Branaghs Bart wirkt so unecht wie der ganze Rest von ihm. Kein Mienenspiel, stoisch trägt er den ganzen Film über einen einzigen Gesichtsausdruck zur Schau. Auch alle anderen wirken, Judi Dench einmal ausgenommen, wie verkleidet.

Die Geschichte ist sehr dünn, besser wäre es gewesen, man hätte auf die ca. 20 Minuten Vorgeschichte, welche ohnehin nicht im Roman steht, verzichtet und der Befragung der Passagiere mehr Zeit eingeräumt. Denn von der Starbesetzung hat man gar nichts, da alle nur ein paar Minuten zu sehen sind. Zudem gehört eine Actionszene nicht in einen Poirot-Film rein. Das Beste an dem Film sind die Landschaftsaufnahmen, welche im Kino sicherlich prächtig wirkten. Die Charaktere habe auch gar keine Klasse, wie in den alten Verfilmungen.

Fazit

Eine Enttäuschung.

Darsteller: Sir Kenneth Branagh, Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Daisy Ridley, Penélope Cruz, Willem Dafoe
Komponist: Patrick Doyle
Künstler: Sir Kenneth Branagh, Haris Zambarloukos, Jim Clay, Alexandra Byrne, William Moseley, Lucy Bevan, Matthew Jenkins, Mick Audsley, Michael Green, James Prichard, Mark Gordon, Judy Hofflund, Simon Kinberg, Michael Schaefer, Ridley Scott, Aditya Sood, Hilary Strong
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: German (Dolby Digital 5.1), English (Dolby Digital 5.1), French (Dolby Digital 5.1), Spanish (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: 20th Century Fox Home Entertainment
Erscheinungstermin: 22. März 2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 110 Minuten

Mord im Orient Express [DVD] Copyright 20th Century Fox Home Entertainment

 

5 Gedanken zu “Mord im Orient Express (2017)

  1. Als großes Fans der Version von Sidney Lumet von 1973(?) konnte das Remake bei mir eigentlich nur verlieren. Dennoch wollte ich dem Film aufgrund des eigentlich guten Casts eine Chance geben.
    Leider bestätigten sich alle Vorurteile, die ich hatte. Die Kritikpunkte, die du angeführst, sind ziemlich deckungsgleich mit den Meinigen. Am meisten habe ich mich über die Verfolgungsjagd auf der Brücke geärgert. Völlig unnötig und einer Agatha Christie unwürdig. Weiteres Manko für mich war, dass sich – anders als im Lumet-Film – der eigentliche Plottwist viel zu früh andeutete bzw. auch ohne den Scharfsinn eines Meisterdetektives schnell zu erraten war.

    Wie sich am Ende andeutete haben wir es hier mit einem (hoffentlich kurzlebigem) Franchise zu tun. Aber ich kann gut drauf verzichten.

    Um es mit deinen Worten zu sagen:

    Fazit
    Nee, das war nix….

    • Ist 1974 (?) die Ustinov-Verfilmung? Es ist mir auch aufgefallen, schnell in der 2017er Version der Hintergrund ans Licht kommt, während Poirot in der alten Version Puzzleteile zusammensetzen und die Täter knacken muss.
      Vor allem hatten die Passagiere in der 2017er keinerlei Stil und Klasse. Es sind immerhin Angehörige der Oberschicht und keine Proleten am Ballermann! Genauso haben sie sich aber aufgeführt.

      • Nee, in der Version aus den 1970er-Jahren (die Klippe dann mal gekonnt umschifft) wir Poirot von Albert Finney gespielt. Zumindest äußerlich ein völlig gegensätzlicher Typ zu Ustinov.
        Dein Vergleich der Upper Class zu den Ballermännern gefällt mir sehr….

      • Gesehen habe ich den Film bestimmt schon, weil ich Lumet – Filme sehr gerne sehen. Ich verbinde aber gerade keine Bilder und Handlung damit.

    • *Wie sich am Ende andeutete haben wir es hier mit einem (hoffentlich kurzlebigem) Franchise zu tun. *

      Was auch schon wieder gruselig war, dass *Der Tod auf dem Nil* angedroht worden ist, obwohl Poirot im Original während des Mordes auf dem Schiff war.

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