Jappeloup – Eine Legende

Mit seinen 1,58 Metern war er sehr klein, aber das hinderte ihn nicht daran, ein ganz Großer in der Reitsportgeschichte zu werden: „Jappeloup de Luze“ (geboren 1975, gestorben 1991) zählte in den 80er Jahren zu den besten Springpferden im internationalen Sport. Beachtlich, vor allem wenn man seinen Stammbaum betrachtet: Einen Traber zum Vater und eine Vollblutmutter. Auch sein Reiter Pierre Durand glaubte anfangs nicht wirklich an den zu kleinen und zu dünnen Selle Francais-Wallach, ließ sich am Ende aber von dessen gewaltiger Sprungkraft überzeugen. Die gemeinsame Karriere begann mit einem Sieg bei den Französischen Meisterschaften zwar gut, erreichte aber bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles einen Tiefpunkt, als „Jappeloup“ seinen Reiter in ein Hindernis beförderte. Trotzdem arbeitete Durand intensiv mit dem Dunkelbraunen weiter und das sollte sich auszahlen: Platz 3 im Weltcup, Mannschaftsbronze bei den Weltmeisterschaften und Platz 4 im Einzel, Einzelgold und Mannschaftssilber bei den Europameisterschaften und dann auch noch Mannschaftsbronze und Einzelgold bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988. Es folgte noch so mancher Titel, bis „Jappeloup“ 1991 am Eiffelturm feierlich aus dem Sport verabschiedet wurde. 2014 kam der Film „Jappeloup – Eine Legende“ in die deutschen Kinos. Springreiter.de

Der Film betont so stark, dass das Reiten ein Teamsport ist, dass ich schon direkt ein schlechtes Gewissen habe, ihn unter *Einzelsportler* laufen zu lassen.

Erzählt wird die Geschichte von Jappeloup de Luze von seiner ersten Vorstellung bei seinem späteren Reiter Pierre Durand, der ihn erst einmal als ungeeignet abgelehnt hat. Im Gegensatz zu dem Film über Secretariat kommt sofort der sehr schwierige, sehr wilde Charakter des Pferdes rüber, er schlug mit dem Kopf und trotz seiner gewaltigen Sprungkraft verweigerte er Hindernisse, wenn ihm irgendwas nicht passte. Als diese Eigenschaften werden sehr gut gezeigt.

Es ist aber auch die Geschichte eines jahrelangen Zusammenraufens, des gegenseitigen Vertrauenslernens, welches in jeder Mensch-Pferd-Beziehung so unendlich wichtig ist. Leider wird dies vom Reiter nicht verstanden, da er sich lange für das Pferd außerhalb des Trainingsplatzes nicht interessiert.

Und es ist die Geschichte eines Reiters, der ständig an sich selbst zweifelt und ständig gesagt bekommt, dass das Pferd ohne ihn größere Leistungen abrufen könnte. Um diese Selbstzweifel geht es sehr viel, was den Film für jüngere Zuschauer, welche nur etwas mit Pferden sehen wollen, sehr schwer bis gar nicht verständlich machen wird. Schön ist zu sehen, welche Entwicklung die Figur im Laufe des Filmes durchmacht, von einem arroganten, verwöhnten Schnösel zu jemanden, der sich zu 100% auf ein schwieriges Pferd einlässt. Letztendlich war er eben nie mehr als *Der Reiter von…* so wie es den Reitern des nicht minder legendäre Dressurhengstes Totilas erging.

Fazit

Wer kein Heldenepos, sondern ein realistisches Sportdrama sehen möchte, der ist hier richtig.

Darsteller: Guillaume Canet, Marina Hands, Daniel Auteuil, Lou de Laâge, Tchéky Karyo
Komponist: Clinton Shorter
Künstler: Christian Duguay, Chica Benadava, Ronald Plante, Emile Ghigo, Frédéric de Ravignan, Richard Marizy, Caroline de Vivaise, Ludi Boeken, Frédérique Dumas-Zajdela, Walid Chammah, Pascal Judelewicz, Romain Le Grand
Format: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS), Französisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (DTS)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Twentieth Century Fox
Erscheinungstermin: 20. Juni 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 130 Minuten

Jappeloup - Eine Legende

 

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