Inside IS: 10 Tage im Islamischen Staat

Ein erstaunlicher Blick auf die inneren Strukturen des IS. Wie würden Sie zehn Tage im sog. Islamischen Staat verbringen? In einem gewagten Unternehmen, Journalist Jürgen Todenhöfer erkundet das Gebiet des IS und ihren gefährlichen Ausblick auf die Welt, als er das Leben under der Regierung von ISIS dokumentiert. Was er findet ist schockierend: eine Bevölkerung verängstigt von täglichen Enthauptungen.

Das Buch fliegt hier schon seit Jahren herum, vermutlich sollte ich es langsam mal lesen. Mein persönliches Problem mit Todenhöfer ist seine Rolle als Islamversteher und beständiger Beschwichtiger, dass der Islam ja so schlecht nicht wäre.

Koranverse wie

“Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben.” (Sure 8, Vers 55)

„Und Allah hat euch zum Erbe gesetzt über ihr Land, ihre Wohnstätten und ihren Besitz, und auch ein Land, das ihr vorher nicht betreten hattet.“ (Sure 33, Vers 27)

Sure 2, Vers 191: ´Und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung [zum Unglauben] ist schlimmer als Totschlag. …“

Sure 2, Vers 193: „Und bekämpfet sie, bis die Verführung [zum Unglauben] aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist. …“ (Die „Ungläubigen“ stellen wegen ihrer heidnischen Auffassung eine Verführung dar und müssen allein deshalb bekämpft werden.)

sind nicht gerade geeignet, mir diese Ideologie – irgendetwas weigert sich in mir, den Islam als Religion anzuerkennen – sympathischer zu machen. Und so ist das Interview am Ende des Films reine Augenwischerei und Verblödung, wenn gesagt wird, dass der Dschihad die Verteidigung eines Landes wäre. Sure 33, Vers 27 besagt eindeutig etwas anderes. Letztendlich hat sich der Islam bestimmt auch nicht in gut 100-150 Jahren durch Barmherzigkeit von Spanien bis Indonesien ausgebreitet. Das Problem beim IS ist, dass er die Gewaltbereitschaft des Islam nicht verleugnet. Auch, dass nur 0,02% der deutschen Muslime sich dem IS angeschlossen hätte, besagt nichts über Sympathien oder Parallelgesellschaften, welche bis zu Hinterhofgerichten reichen.

Ansonsten zeigt die Doku nicht viel Neues, erstaunlich war nur, wie normal das Leben in Mossul unter dem IS wirkte – einschließlich eines Autoverkehrs, welcher Frankfurt neidisch machen würde. Und sollten wirklich westliche Drohnen gekennzeichnete Krankenwagen zerstören, so gehören diese Kriegsverbrechen aufgeklärt. Das ist nicht viel besser als die, im Film angedeuteten Tötungen, welche teilweise so ablaufen, dass Leute in einen Gitterkasten gesperrt im Wasser versenkt werden, oder Bombendrähte, welche an den Gefängniszellen vorbeibeführt werden.

Fazit

Das gezielt verdummende Interview zerstört den ganzen Film. Ansonsten kann man sich die Doku über das Leben im IS sicherlich einmal ansehen. Statt Hamza Yusuf Hanson zuzuhören, lese ich lieber Inside Islam: Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird. So ein Weißwaschprediger wie Hamza Yusuf Hanson und ein Islamversteher wie Todenhöfer – da haben sich zwei gesucht und gefunden.

Regie Matías Basso
Hauptdarsteller Jürgen Todenhöfer
Studio Journeyman Pictures
45 Minuten

Inside IS: 10 Tage im Islamischen Staat

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