Ich, Daniel Blake

Daniel Blake ist ein geradliniger Durchschnittsengländer, der seine Steuern zahlt und das Leben so nimmt, wie es kommt. Doch eines Tages macht ihm seine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung, und er ist auf staatliche Hilfe angewiesen. Auf dem Amt kreuzt sich sein Weg mit der alleinerziehenden Mutter Katie und ihren beiden Kindern. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität – von ehemaligen Kollegen, von ehrenamtlichen Helfern der Tafel, sogar von Daniels schrägem Nachbar. Doch die bürokratischen Klippen des sogenannten Sozialstaates sind tückisch. Da wird Ohnmacht zur Wut – und so leicht geben Daniel und Katie ihre Träume und Hoffnungen nicht auf…

Der Film zeigt sehr gut auf, wie rechtlos Arbeitslose in Großbritannien – und in der Praxis wahrscheinlich auch in Deutschland – sind, wobei ich schon des Öfteren gelesen habe, dass das britische Sozialsystem noch unmenschlicher sein soll. Der Bürokratie-Apparat aus Warteschleifen, Vertröstungen, Zuständigkeits- und Definitions -Fragen, Formalitäten und behördenintern vorgeschriebenen Abläufen wurde anscheinend gut und realistisch gezeigt. Genau wie die Entmenschlichung des Systems, später in der Rede *Ich bin ein Mensch und kein Klient / Kunde / eine Sozialversicherungsnummer.

Das Sozialdrama zeigt auch auf, wie überfordert gerade oft ältere Arbeitslose sind, welche sich eben nicht so gut, oder auch überhaupt nicht, mit Computern auskennen, und dementsprechend gar nicht erst an die notwendigen Formulare drankommen.
Lediglich das Ende habe ich bereits in den ersten Minuten des Films so geahnt, wie es dann auch gekommen ist. Hier hätte man für eine kleine Überraschung sorgen können.

Fazit

Sicherlich kein Film, den ich mir ein weites Mal ansehen würde, insofern hätte anstelle eines DVD-Kaufs das Mieten bei Amazon ausgereicht. Aber ein beeindruckender Film darüber, wie entmenschlicht die Sozialsysteme inzwischen sind.

Darsteller: Dave Johns, Hayley Squires, Micky McGregor, Briana Shann, Dylan McKiernan
Regisseur(e): Ken Loach
Komponist: George Fenton
Künstler: Ray Beckett, Fergus Clegg, Kahleen Crawford, Jonathan Morris, Rebecca O’Brien, Paul Laverty, Robbie Ryan
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Prokino (Vertrieb EuroVideo Medien GmbH)
Erscheinungstermin: 28. März 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 97 Minuten

 

Ich, Daniel Blake

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