Nebel im August

Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13- jährige Ernst Lossa (Ivo Pietzcker), Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen (Sebastian Koch) Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder…

Der Film behandelt die letzten Monate im Leben des Ernst Lossa, welcher am 9. August 1944 in einer *Nervenheilanstalt* ermordet wurde. Mir war während des Sehens nicht bewußt, dass es sich um ein tatsächliches Schicksal handelte, und so habe ich immer gehofft, dass der aufgeweckte und intelligente Junge noch einen Weg findet, seinem Schicksal zu entgehen. Möglichkeiten gab es, zumindest im Film, einige, was seinen Tod nur noch verstörender wirken lässt.

Sehr deutlich wird gezeigt, wie einfach es teilweise war, die Pfleger zum Teil des Systems zu machen, der ausführende Krankenpfleger mordete z.B. für 30 Reichsmark / Monat. Auch das Töten aus Überzeugung wird an einer Kinderkrankenschwester und dem leitenden Arzt gezeigt. Anhand einer Nonne wird aufgezeigt, dass es einzelnen Personen durchaus möglich war, das System, wenn schon nicht zu sabotieren, dann doch wenigstens Sand ins Getriebe zu streuen. Pervers auch die katholische Kirche, welche von dem Morden wusste, teilweise während der Euthanasie-Beschlüsse mit am Tisch saß und nicht die Stimme erhob.

Die reale Kinderkrankenschwester wurde nach dem Krieg zu vier Jahren Haft verurteilt, und übte trotz 200 nachgewiesenen Tötungen ihren Beruf danach weiter aus. Der leitende Arzt, Dr. Valentin Falthauser, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, aber recht schnell begnadigt. Der Krankenpfleger musste gar nur ein Jahr ins Gefängnis.

Fazit

Ein sehr berührender Film, nach welchem mir die Tränen über die Backen kullerten.

Darsteller: Ivo Pietzcker, Sebastian Koch, Thomas Schubert, Fritzi Haberlandt, Henriette Confurius
Regisseur(e): Kai Wessel
Komponist: Martin Todsharow
Künstler: Heinz Ebner, Tina Freitag, Caroline Senden, Franziska Aigner, Ismael Feichtl, Hagen Bogdanski, Prof. Ulrich Limmer, Esther Amuser, Danny Krausz, Michaela Payer, Holger Karsten Schmidt, Christoph Kanter, Jacqueline Rietz, Dr. Kurt Stocker, Manfred Fritsch, Gabriele Lins, Rodolphe Buet, Kalle Friz, Isabel Hund, Franz Kraus, Antonio Exacoustos, Josef Reidinger, Ernst Eberlein
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 9. März 2017
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 121 MinutenNebel im August

 

 

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