Die Klavierspielerin

Erika Kohut, gescheiterte Konzertpianistin und eifersüchtig bewachter „Besitz“ ihrer kaltherzigen Mutter, fristet ihre Tage als Klavierlehrerin am Wiener Konservatorium. Gefangen zwischen der Sehnsucht nach Liebe und der Dominanz ihrer Mutter flüchtet sich die verbitterte Mittvierzigerin in Voyeurismus und Selbstverstümmelung. Bis sich eines Tages der zwischen jugendlicher Unschuld und brutaler Triebhaftigkeit pendelnde Student Walter Klemmer in den Kopf setzt, den emotionalen Panzer der Frau zu durchdringen. Die Folgen sind verheerend…

Ich fand den Film auf mehreren Ebenen einfach entsetzlich, auch wenn er mich sehr nachdenklich in Bett gehen ließ.

Da waren erst einmal die pornographischen Sexszenen inklusive oraler Befriedigung, welche ich hoffe, nie wieder in solcher Form sehen müssen. Oder überhaupt sehen zu müssen. Es war mir auch nicht möglich, mich in die Gedankenwelt dieser sexuell schwer gestörten Frau hineinzuversetzen, welche in Autokinos Paare beim Sex beobachtet, in Pornokinos geht und sich bewusst an den Genitalien verletzt. Die Altersfreigabe FSK 16 halte ich für sehr fragwürdig.

Sie demütigt ihre Schüler, wo immer sie kann, sei es künstlerisch oder auch persönlich. Als sie einen Jungen im Zeitschriftenladen dabei erwischt, wie er sich mit Freunden Pornohefte ansieht, thematisiert sie es in der Unterrichtsstunde, um aus seiner Demütigung persönliche Befriedigung zu erlangen. Unfähig, ihre Bedürfnisse gegenüber der kontrollierenden Mutter durchzusetzen, lässt sie ihren Frust an den Schülern aus.

Vollkommens außer Kontrolle gerät die Situation, als ein Schüler sie verführt und sie ihn zu perversen Sexspielchen auffordert, die einfach nur krank sind. Denn er ist aufgrund seines jugendlichen Alters gar nicht in der Lage, mit ihrem abartigen Begehren und ihrer Borderline-Störung umzugehen.

Isabelle Huppert agiert in *Die Klavierlehrerin* sehr unterkühlt und ich könnte mir keine andere Schauspielerin in der Rolle vorstellen.


Fazit

Ein sehr guter Film, welcher mich nachdenklich zurückgelassen hat und mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Aber man muss sich durchaus auf einige perverse Szenen gefasst machen.

Darsteller: Isabelle Huppert|Benoit Magimel
Regisseur(e): Michael Haneke
Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Euro Video
Erscheinungstermin: 27. Juni 2005
Produktionsjahr: 2001
Spieldauer: 130 MinutenDie Klavierspielerin / Die Ausgesperrten [2 DVDs]

 

 

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