Marnie

Marnie erzählt vordergründig die Geschichte einer kleinen Diebin (Tippi Hedren, die Mutter von Melanie Griffith), die es bisher nach jedem Diebstahl geschafft hat, unerkannt davonzukommen und mit neuem Namen und verändertem Aussehen in einer anderen Stadt wieder aufzutauchen. Einer ihrer Arbeitgeber, Mark Rutland (Sean Connery), stellt sie ein, obwohl er sie von einem früheren Überfall wiedererkannt hat. Nachdem er sie bei einem erneuten Diebstahl erwischt, übergibt er sie nicht der Polizei, sondern zwingt sie dazu, ihn zu heiraten. Was als eine Ehe beginnt, die zunächst durch den Jagd- und Besitzinstinkt eines reichen Unternehmers geprägt ist, der keinerlei Rücksichten nehmen muss, wandelt sich in eine Suche nach Marnies Vergangenheit.

Ich sehe den Film alle Jahre wieder ganz gerne, aber dieses Mal ist mir das erste Mal aufgefallen, wie platt er eigentlich ist. Das hängt vor allem an der Machart, jedes Mal, wenn Marnie etwas Rotes sieht und sie durchdreht, leuchtet der ganze Bildschirm rot auf, als wenn der Zuschauer nicht in der Lage wäre, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. (Komischerweise machen ihr eine recht rote Bücherwand, Lippenstifte, teilweise Wanddeko und ein dunkelroter Pullover gar nichts aus.)

Auf der DVD fehlt die Szene, in welcher Marnies Mutter erzählt, wie sie mit ihr schwanger wurde, die Blue-Ray soll ungeschnitten sein. Dies ist aber höchstwahrscheinlich eine sehr wichtige Szene, welche die bis zuletzt bestehende Abneigung der Mutter wohl erklärt.
Aus heutiger Sicht kann man die Handlung wohl nur kritisch sehen, eine gestörte und verstörte Frau trifft auf einen dominanten und wohlhabenden Mann, welcher sie nicht nur in eine Ehe zwingt, sondern auch noch als Hobby-Therapeut auftritt. Zu allem Überfluss wirft sie sich ihm, nach anfänglichen Zicken, immer wieder an den Hals und gibt das hilflose Weibchen. Andererseits war wohl vor 50 Jahren (Drehjahr 1964) das Gesellschaftsbild so.

Fazit

Von der Machart überholt (bei den Reitszenen läuft das *Pferd* viel zu regelmäßig, während das Video im Hintergrund vorbeizieht) und einem doch recht fragwürdigen Gesellschaftsbild, ist der Film deutlich überholt.

Darsteller: Tippi Hedren, Diane Baker, Sir Sean Connery, Martin Gabel, Louise Latham
Komponist: Bernard Herrmann
Künstler: Robert Burks, Jay Presson Allen, Alfred Hitchcock, Robert Boyle
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Italienisch (Dolby Digital 1.0), Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0), Französisch (Dolby Digital 1.0)
Untertitel: Deutsch, Italienisch, Französisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Universal Pictures Germany GmbH
Erscheinungstermin: 9. November 2006
Produktionsjahr: 2001
Spieldauer: 124 MinutenMarnie

 

 

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