Ein Mann namens Ove

Der 59-jährige Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen um 5 Uhr patrouilliert er durch die Reihenhaussiedlung und kontrolliert, ob der Müll richtig getrennt und die Garagen ordentlich verschlossen sind, notiert Falschparker und liefert sich verbale Gefechte mit unliebsamen Nachbarn. Auch ansonsten hat Ove an alles und jedem etwas auszusetzen. Nur seiner geliebten, verstorbenen Frau Sonja, der er täglich auf dem Friedhof frische Blumen bringt und alles berichtet, zeigt er, wie es wirklich um ihn steht. Am liebsten möchte er baldmöglichst wieder mit ihr vereint sein und plant daher umsichtig seinen Selbstmord. Aber irgendwie kommt immer etwas dazwischen: Die neuen Nachbarn brauchen seine Hilfe, ebenso sein alter Freund Rune, der zwangsweise in ein Pflegeheim eingewiesen werden soll, oder der junge Dönerverkäufer Mirsad, der von seinem Vater vor die Tür gesetzt wird, weil er schwul ist, und schließlich auch noch die streunende Katze. Immer gibt es noch etwas in Ordnung zu bringen oder zu regeln. Erst allmählich wird allen klar, dass unter Oves rauer Schale ein im wahrsten Sinne des Wortes sehr großes Herz schlummert.
Regisseur Hannes Holm hat mit Ein Mann namens Ove eine auf ganzer Linie gelungene Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Fredrik Backman vorgelegt. Mit Wallander-Darsteller Rolf Lassgard ist die Titelrolle hervorragend besetzt: Als Ove schimpft und wettert Lassgard wie ein ungehobelter Rüpel, dann wieder rührt er zu Tränen, wenn er sich um die Nachbarskinder kümmert oder seine Frau vermisst. In Rückblenden erschließt sich Oves Lebensweg und gibt Einblick in eine der schönsten, zugleich komischen und tragischen Geschichte der letzten Jahre. Ove ist nicht, wer er scheint. Die Verfilmung lehrt uns hinter die Fassaden zu blicken, zu ergründen, wie alles mit allem zusammenhängt. Der schöne Soundtrack rundet das gelungene Gesamtbild ab.

Ich habe den Film in der Rubrik Oscar-Nominierungen 2017 – Bester fremdsprachiger Film bei Amazon gefunden. Der Film ist zwar gut, aber als preisverdächtig würde ich ihn nicht einstufen. Dazu fehlt einfach die Tiefe.

Der Film hat seine witzigen Momente; so ist es gar nicht so einfach, sich umzubringen, wenn man dabei ständig gestört wird. Es ist auch schön zu sehen, wie die neuen Nachbarn, eine schwedisch-iranische Familie, die Fassade des alten Ekelpakets langsam aber sich zum Einsturz bringen.

Dennoch ist es schwer zu verstehen, warum Ove nach dem Tod seiner Frau so verbitterte. Sicherlich, er hat sie sehr geliebt und nach ihrem Tod eine Heilige aus ihr gemacht. Aber letztendlich passiert es nun einmal den meisten Menschen, dass ein Ehepartner stirbt. Wenn alle danach der Welt den Krieg erklären würden, gäbe es wohl nur noch Mord und Totschlag.

Was bleibt ist ein sehr menschlicher Film über die Probleme, die man sich einander bereiten kann, der auch durch das grantige Wesen oft ganz amüsant ist. Aber für einen tiefgehenden Film halte ich ihn beileibe nicht.

Fazit

Ein unterhaltsamer Film, welche die Themen Nachbarschaft und Verbitterung kurzweilig thematisiert.

Darsteller: Rolf Lassgård, Bahar Pars, Filip Berg, Ida Engvoll, Tobias Almborg
Komponist: Gaute Storaas
Künstler: Jan Olof Agren, Camilla Lindblom, Lone Korslund, Claes Stenmark, Annica Bellander, Hannes Holm, Göran Hallberg, Fredrik Morheden, Michael Hjorth, Jessica Ask, Nicklas Wikström, Hanne Palmquist, Per Bouveng
Format: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Video
Erscheinungstermin: 18. August 2016
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 112 MinutenEin Mann namens Ove

 

 

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