Die Kennedys

Die preisgekrönte und viel diskutierte Serie The Kennedys wirft einen Blick hinter die geheimen Türen des Weißen Hauses: Sie handelt von Heldentaten und Misserfolgen, Loyalität und Liebe, Neid und Untreue. Sie zeigt Menschen mit großen Fähigkeiten und großen Fehlern. Und sie erzählt die historischen Geschichten der Jahre 1960 bis 1968, die mit der Kennedy-Ära verbunden sind: Bay of Pigs, die Kuba-Krise, die Bürgerrechtsbewegung, Mafia-Verbindungen. Der Mythos Kennedy zeigt sich in dieser herausragend besetzten achtteiligen Serie als ein Geflecht von Macht und Einfluss innerhalb einer sich wandelnden amerikanischen Gesellschaft.

Die Serie konnte mich nicht überzeugen. Sie war zu oberflächlich und gab den Figuren keinerlei Zeit und Raum, sich zu entwickeln.

Als Seifenoper
werden viele Aspekte ausgeblendet, andere zu sehr überbetont. So hat Marylin Monroe vielleicht 20 Minuten Auftritt, in welchen sie als sehr hysterisch angesichts des Endes der Beziehung gezeigt wird. Vorher gibt es diese Beziehung in der Serie gar nicht erst, auch der skandalöse Happy-Birthday-Auftritt wird nicht gezeigt.

Die Serie beschränkt sich auf Andeutungen der Affairen Kennedys. Lediglich bei um die, welche zur Erpressung durch Hoover führte, kam die Serie dann doch nicht herum. Wobei eine sexuelle Beziehung wohl nie züchtiger dargestellt wurde. Ansonsten spielt nur der erhebliche Medikamentenverbrauch des Kennedy-Ehepaars eine größere Rolle.

Also Doku-Serie funktioniert die Serie auch nicht. Sieht man von Barry Pepper als Bobby Kennedy ab, wirken die Schauspieler wenig engagiert. Selbst während der Kuba-Krise, zeigt er als einziger Darsteller ein angespanntes Gesicht. Dass Oswald ein Einzeltäter war, wenn er überhaupt geschossen hat, gilt inzwischen als widerlegt. Der gesamte Wahlkampf Bobby Kennedys wird in der letzten Folge abhandelt, als wenn man müsste, aber nicht wollte. Auch die Brisanz der zweiten Ehe von Jackie Kennedy, welche Onassis nur wegen des Geldes heiratete, wird nicht herausgearbeitet.

Auch mit JFK geht der Film gerade in der ersten Folge sehr sanft um. Seine andauernden Affären werden nur züchtig angedeutet. Dass er seine Abschlussarbeit nur dank tatkräftiger Hilfe anderer schaffte, wird gar nicht erst erwähnt. Auch seine Rolle im Krieg, in welcher eine mögliche Unachtsamkeit mehreren Kameraden das Leben kostete, wird nur sehr flach angedeutet.
Auf der anderen Seite wird seine Bedeutung für die Bürgerrechte der Schwarzen nicht genug gewürdigt. Auch erweckt der Film den Anschein, bei den Rassenunruhen hätte sich um ein lokales Ereignis gehandelt.

Fazit

Wer sich mit JFK beschäftigen möchte, dem sei *Thirteen Days* (Kuba-Krise) und *JFK-Tatort Dallas* empfohlen. Warum es *Staffel 1* heißt, weiß ich nicht, denn was soll da noch kommen? Ich hatte in Staffel 2 Bobbys Wahlkampf und Jackys Heirat erwartet, was aber alles in der letzten Folge abgehandelt wurde.

Darsteller: Greg Kinnear, Barry Pepper, Katie Holmes, Tom Wilkinson, u.v.a.
Regisseur(e): Jon Cassar
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 3
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Studio Hamburg Enterprises
Erscheinungstermin: 3. August 2012
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 360 MinutenThe Kennedys [3 DVDs]

 

 

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