Eine reine Formalität

Es ist eigentlich reine Formsache, dass der Inspektor (Roman Polanski), den mitten in der Nacht aufgegriffenen und schwer verstörten Mann auf dem heruntergekommenen Polizeirevier verhört. Der aber entpuppt sich als erfolgreicher Schriftsteller Onoff (Gerard Depardieu), der zitierfreudige Polizist als sein größter Fan. Was ihn nicht davon abhält, tief in der Psyche des Aufgegriffenen zu wühlen, der ein schreckliches Geheimnis zu verbergen scheint…

Ein raffiniertes und doppelbödiges Spiel treibt der italienische Starregisseur Guiseppe Tornatore („Cinema Paradiso“, „The Best Offer – Das höchste Gebot“) hier mit dem Publikum und seinen Protagonisten, für die er mit Gerard Depardieu und Roman Polanski zwei echte Schwergewichte gewinnen konnte. Getragen vom majestätischen Score Ennio Morricones wird aus „Eine reine Formalität“ so noch sehr viel mehr: Ein raffiniertes Kammerspiel, dessen finaler Twist zu den größten Überraschungen der Filmgeschichte gehören dürfte.

 

Ein Mann wird im Regen von der Polizei aufgelesen und zum Verhör gebracht, denn eine Leiche wurde im Wald gefunden. Doch der Verhörte hat einen ziemlichen Blackout und kann sich an nichts mehr erinnern. Zu allem Überfluss ist der Kommissar auch noch ein Fan des Schriftstellers… .
Der ganze Film ist sehr beklemmend, es ist, im wahrsten Sinne, eine unmögliche Polizeistation, in welche es ständig reinregnet. Mehr werde ich zur Handlung nun nur noch aller Spoilertext (Maus drüberziehen), denn den Film muss man zweimal sehen: Einmal so und noch einmal wenn man die Auflösung kennt.
Es stellt sich heraus, dass der Verhörte die Leiche ist, welche noch nicht begriffen hat, dass sie tot ist. Das Verhör ebnet ihm den Weg zur Erkenntnis seines Todes. Deswegen reagieren einige auf ihn (Engel?), während die Lebenden ihn nicht wahrnehmen.
Solche Feinheiten kann man erst beim zweiten Mal entdecken.

Fazit
Ein faszinierender Film.

 

  • Darsteller: Gérard Depardieu, Roman Polanski, Sergio Rubini, Nicola Di Pinto, Paolo Lombardi
  • Komponist: Ennio Morricone
  • Künstler: Giuseppe Tornatore, Mario Cecchi Gori, Blasco Giurato, Bruno Altissimi, Vittorio Cecchi Gori, Claudio Saraceni
  • Format: Dolby, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH – DVD
  • Erscheinungstermin: 12. Mai 2016
  • Produktionsjahr: 1994
  • Spieldauer: 107 Minuten

Eine reine Formalität

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