Der Glanz des Hauses Amberson

Dies ist die Geschichte einer der reichsten und angesehensten Familien des Staates Indiana um das Jahr 1873, ihres Lebens und Niedergangs. Es ist zugleich die Geschichte Eugene Morgans, der durch ein läppisches Missgeschick die Gunst der schönen Isabel Amberson verliert, aber dafür durch den Bau „pferdloser Wagen“ ein Vermögen verdient. Reich und unabhängig geworden, kehrt er in Begleitung seiner Tochter Lucy in die Heimatstadt zurück. Noch einmal nähert er sich der verwitweten Isabel. Doch Isabels selbstsüchtiger Sohn George stellt sich ihrem Glück in den Weg…

Leider wurde der Film um 61 Minuten verstümmelt – und es gibt nur ein einziges unverstümmeltes Exemplar, an welches niemand herankommt, weil der Nachlassverwalter dies blockiert. Ich bin sicher, dass das Museum of Modern Art, welches sich jahrzehntelang um die Version bemühte nichts hat unversucht gelassen – vergeblich. Cineasten, welche die Originalfassung kannten, hielten den Film für besser als Citizen Kane.

Wirkt die Inhaltsangabe wie ein Liebesfilm, so ist er dies mitnichten – eher eine amerikanische Version der Buddenbrocks. Während sich die Ambersons im Niedergang befinden, steigt die Familie der Morgans auf – das alte Geld ist degeneriert, das neue bewirkt die Industriealisierung Amerikas.

Der Film verlangt ein genaues Hinsehen, denn auch das Straßenbild wird immer moderner, aber auch gröber. Gegen Ende wirkte der Film auf mich mehr geschnitten als am Anfang, gerne hätte ich mehr über den Niedergang der Familie erfahren. Einige Gespräche gaben, vermutlich durch die Schnitte, nicht viel Sinn, da die Vorgeschichte fehlte.

Das Bild wirkt sehr altbacken, hat fast Stummfilmqualität, was nicht zum Sehvergnügen beiträgt. Das hat Welles in allen mir bekannten Filmen besser hinbekommen; oder es sollte so wirken, um die Zeit besser zu verdeutlichen.

Fazit

Immer noch gut, aber eben nicht sehr gut. Für Orson Welles-Verhältnisse schlecht, was an den Verstümmelungen liegen mag.

Darsteller: Joseph Cotten, Dolores Costello, Anne Baxter, Agnes Moorehead, Tim Holt
Regisseur(e): Freddie Fleck, Robert Wise
Komponist: Bernard Herrmann
Künstler: Stanley Cortez, Orson Welles, Russell Metty, Harry J. Wild
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Mono), Englisch (Mono)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 7. November 2000
Produktionsjahr: 1942
Spieldauer: 84 MinutenDer Glanz des Hauses Amberson

 

 

 

 

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