Jack und das Kuckucksuhrherz

Am kältesten Tag, den Schottland je sah, kommt der kleine Jack mit gefrorenem Herzen zur Welt. Seine Hebamme Madeleine ersetzt den Eisklumpen kurzentschlossen durch eine Kuckucksuhr und ticktack, bummbumm: Jack kann leben. Drei wichtige Regeln gilt es jedoch fortan für Jack zu beherzigen: niemals an den Zeigern drehen, niemals in Rage geraten und sich niemals verlieben, denn sonst spielt das Uhrwerk verrückt und das kann den Tod für Jack bedeuten.
Doch wie schafft man es, sich niemals zu verlieben? Und so kommt es wie es kommen muss: Jack trifft auf die bezaubernde Sängerin Acacia, singt mir ihr ein Liebeslied und bumm: sein Kuckucksuhrherz dreht durch. Kurz darauf kommt er wieder zu sich, aber die Schönheit ist verschwunden. Die Suche nach seiner Angebeteten führt den Jungen zusammen mit dem faszinierenden George Méliès durch ganz Europa, bis er sie schließlich auf einem Rummelplatz bei Sevilla findet. Dort setzt Jack alles dran, das Herz seiner Geliebten für sich zu gewinnen.

Nachdem ich die Vorlage *Die Mechanik des Herzens*, die Rezension dazu befindet sich hier auf meinem Literaturblog, gelesen habe, wollte ich unbedingt des dazugehörigen Film sehen. Die Frage war, ob man Textstellen wie

Edinburgh und seine steilen Straßen machen eine Metamorphose
durch. Die Springbrunnen gefrieren zu Blumensträußen
aus Eis. Der Fluss, der seine Rolle als Fluss sonst sehr
ernst nimmt, verkleidet sich als Puderzuckersee, der sich
bis zum Meer erstreckt, und das Tosen der Brandung klingt
wie klirrende Glasscherben. Der Raureif zaubert glitzernde
Pailletten auf das Fell der Katzen, und die Bäume erinnern
an dickleibige Feen in weißen Nachthemden, die ihre Äste
recken und strecken, den Mond angähnen und seelenruhig
zusehen, wie die Kutschen über das vereiste Straßenpflaster
schlittern. Es ist so bitterkalt, dass Vögel im Flug erfrieren und tot vom Himmel fallen. Ihr Aufprall ist unheimlich sanft
für ein Geräusch des Todes.
Es ist der kälteste Tag aller Zeiten. Heute ist der Tag, an
dem ich geboren werde.

filmisch umsetzen könnte.Die Antwort lautet: Jein, denn gerade die beschriebene Szene wird durch eine Art Papagei zerstört, der über Edinburgh kreist. Ansonsten ist es graphisch ein beeindruckender und wunderschöner Film geworden. Bezaubernd geradezu. Wenn es nicht immer wieder Abschnitte und Musik gäbe, die den Zauber dieses Märchens zerstören. Auf dem Weg nach Andalusien ist auf einmal viel zu viel Tempo drin, zu aufgeregt, es passt nicht in den Film. Genau wie die teilweise viel zu modern angelegte Musik, bis hin zum Rap.

Das ist schade, denn dies hat für mich den Film zerstört, mehr als das vom Buch abweichende Ende. Und trotzdem werde ich mir den Film wohl kaufen.

Fazit

Der Film ist wunderschön, enthält aber leider auch sehr unpassende Szenen. Die Alterseinstufung verstehe ich nicht, denn obwohl es ein Animationsfilm ist, ist es kein Kinderfilm.

Darsteller: Luc Besson, Soline Guyonneau, Virginie Silla
Regisseur(e): Stéphane Berla
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 7. November 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 89 Minuten

Jack und das Kuckucksuhrherz

 

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