Jane Eyre (1983)

Es ist eines der eindrucksvollsten Werke der berühmten, englischen Autorin Charlotte Bronte. Das Leben der Jane Eyre (Zelah Clarke), einem ungeliebten Waisenmädchen, scheint zunächst wenig Perspektiven zu bieten. Ihre Tante Mrs. Reed (Judy Conrnwell) nimmt sie zwar bei sich auf, doch sie fühlt sich dort nicht erwünscht. Auch der Sohn der Familie Reed quält und verspottet sie fast täglich. Jane ist fast dankbar, als sie schließlich auf ein Internat geschickt wird. Vielleicht kann sie hier endlich Ruhe und Geborgenheit finden. Zunächst schließt sie Freundschaft mit ihrer Mitschülerin Helen (Colette Barker), doch diese stirbt schon bald an einer Epidemie, wie viele andere der Schülerinnen auch. Jane jedoch beweist ihren eisernen Willen und überlebt. Eine Schulausbildung ist schließlich die einzige Perspektive für das junge Mädchen. Als ausgebildete Lehrerin kann sie nun endlich ein eigenes Leben beginnen. Sie nimmt eine Stelle als Erzieherin in Thornfield Hall an. Dort soll sie die junge Französin Adele Varens (Blance Youinou) unterrichten. Zum Personal des Hauses gehört auch die gutmütige Mrs. Fairfax (Jean Harvey). Schnell schließt Jane mit ihr Freundschaft. Der Hausherr hingegen, ein gewisser Mr. Edward Rochester (Timothy Dalton), ist zunächst abwesend. Nach einer langen Reise kehrt er schließlich heim und die zwei begegnen sich. Etwas Düsteres, Geheimnisvolles geht von Rochester aus. Jane fühlt sich zugleich angezogen und abgestoßen von diesem oft sehr schwermütigen Mann. Und warum ist es eigentlich niemandem erlaubt, den Nordturm von Thornfield Hall zu betreten? Obwohl eine innere Stimme sie warnt, kommt Jane Mr. Rochester immer näher. Sie rettet ihm sogar das Leben, als aus ungeklärter Ursache plötzlich sein Schlafzimmer in Flammen steht. Ständig ereignen sich solch mysteriöse Vorfälle in dem alten Gemäuer, was den Bewohner Anlass zu zahlreichen Spukgeschichten gibt. Als die Familie Ingram zu Besuch kommt, wird die trotzdem harmonische Idylle auf Thornfield Hall gestört. Denn scheinbar hat es Blanche Ingram (Mary Tamm) auf den Hausherrn abgesehen und spekuliert auf eine Zukunft an seiner Seite. Völlig überraschend macht Rochester stattdessen Jane einen Heiratsantrag. Ihr Glück scheint perfekt. Doch vor dem Altar bricht für sie eine Welt zusammen. Ein unbekannter Mann behauptet, Mr. Rochester sei bereits verheiratet! Und dieser muss nun auch noch bekennen, dass es stimmt. Was für eine Schande! Jane möchte am liebsten sterben. Nun lüftet sich auch das Geheimnis um den Nordturm von Thornfield Hall. Darin lebt Rochesters Frau, die geistig verwirrt ist. Auf ihr Konto gehen auch die mysteriösen Vorfälle im Schloss. Ist nun Janes Zukunft dort auf ewig zerstört? Oder gibt es noch eine Chance für die beiden Liebenden, das gemeinsame Glück zu finden? Die BBC hat auch mit dieser Verfilmung großes Fingerspitzengefühl und das richtige Händchen für eine gute Besetzung bewiesen. Timothy Dalton als der geheimnisvolle Mr. Rochester ist die Idealbesetzung für diese Rolle, so glaubhaft kann er die Figur ausfüllen. Das zögerliche Spiel von Zelah Clarke, ihr Hoffen und Bangen, die totale Verzweiflung, es ist als ob die Figuren von Charlotte Bronte aus ihrem Buch gestiegen wären. Wunderschön inszeniert mit geistreichen Dialogen und würdigen Kulissen. Ein Genuss für Liebhaber historischer Stoffe und jeden, der die Geschichte der Jane Eyre einmal erleben möchte.

Nur um es gleich zu sagen: Die Hauptdarsteller sind eine reine Fehlbesetzung. Zelah Clarke glänzt zwar als graues Mäuschen, ist aber 10 Jahre zu alt für die Rolle – Jane Eyre ist 18, die Schauspielerin war zur Zeit des Films 29 / 30 Jahre, was man empfindlich merkt. Dalton ist ein Schönling, was zu unfreiwillig komischen Szenen führt, wenn er gemäß der Vorlage als *häßlicher Gnom* bezeichnet wird.

Ansonsten hat die Verfilmung mir gefallen, gerade weil sie nicht auf bombastische Gefühlsregungen und eine extrem sprachsame Musikuntermalung setzt. Die Handlung ist sehr dicht am Buch. Die Inzenierung wirkt insgesamt ein wenig angestaubt, was mich allerdings nicht gestört hat.

Fazit

Toll für einen verregneten Nachmittag.

Darsteller: Zelah Clarke, Timothy Dalton, Carol Gillies
Regisseur(e): Julian Amyes
Format: Box-Set, Dolby, PAL, Surround Sound, Vollbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 – 1.33:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: KSM GmbH
Erscheinungstermin: 13. November 2008
Produktionsjahr: 1983
Spieldauer: 240 Minuten

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