Der Mieter

Polanski spielt Trelkovsky, einen stillen, schüchternen jungen Mann, der in Paris eine Wohnung in einem Mehrparteien-Haus bezieht. Allerdings schwebt ein dunkler Schatten über dem Apartement; seine Vormieterin hat ihrem Leben durch einen Fenstersprung ein Ende gesetzt. Zudem wird Trelkowsky von seinem autoritären Vermieter und diversen pedantischen Mitbewohnern wegen angeblicher Ruhestörung unter Druck gesetzt. Im ganzen Haus herrscht ein eiskaltes Klima völliger Entfremdung und Mißtrauen. Trelkowski ist dieser unwirklichen Atmosphäre nicht gewachsen und entwickelt zunehmend paranoide Wahnvorstellungen, die eng mit dem Suicid-Schicksal seiner Vormieterin in Verbindung stehen.

Der Film lässt mich sehr ratlos zurück mit mehr Fragen als Antworten. Die wirklich entscheidende Frage ist, warum der Mieter nicht einfach auszieht, wenn er von seinen Mitbewohnern derartig drangsaliert wird. Wer würde denn in einem Haus wohnen bleiben, in dem sich Zähne in Hohlräumen befinden. die Nachbarn durch das gegenüberliegende Toilettenfenster, ein WC muss wohl fürs ganze Haus reichen, stundenlang in die eigene Wohnung starren und in der man nur angefeindet wird? In dem man des Nachts einen Zahn ausgerissen bekommt? Und war das nun wirklich ein Komplott, inklusive Barbesitzer, den Mieter immer weiter in die Rolle der Vormieterin zu drängen oder war dies nur Folge seiner labilen Persönlichkeit? Und welche Rolle spielen die ständigen Anspielungen auf die altägyptische Kultur, von Mumien bis zu den Hieroglyphen auf den Wänden des WCs?

Dazu kommt, dass die Figur gerade durch ihre Labilität sehr unsympathisch ist – von allen lässt der Mieter sich rumstupsen, lässt sich Dinge aufdrücken, die er gar nicht mag, nur um nicht aufzufallen. Er macht sich also auf eine gewisse Art selbst zum Opfer.
Bis auf die letzten 30 Minuten war der Film dementsprechend wenig spannend, da man nur seinen psychischen Verfall zusieht.

Fazit

Der Film geht mir nicht aus dem Kopf, hat mich sogar verstört. Das liegt aber sicherlich auch viel daran, dass nichts aufgelöst wird.

Darsteller: Roman Polanski, Isabelle Adjani, Shelley Winters
Regisseur(e): Roman Polanski
Komponist: Philippe Sarde
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Italienisch (Dolby Digital Mono), Deutsch (Dolby Digital Mono), Englisch (Dolby Digital Mono), Spanisch (Dolby Digital Mono)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Paramount Home Entertainment
Erscheinungstermin: 8. Januar 2004
Produktionsjahr: 2004
Spieldauer: 120 Minuten

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