Enron – The smartest guys in the room

Innenansichten eines Großkonzerns: ENRON steht für den größten Finanzskandal der US-Wirtschaftsgeschichte. Der Energieriese, bei dessen Insolvenz 20.000 Mitarbeiter ihren Job verloren, gründete sein Geschäft auf konsequenter Bilanzfälschung. Schamlos hatten die verantwortlichen Manager sich bis zum letzten Moment persönlich bereichert und unter anderem zwei Milliarden Dollar an Pensionsfonds ihrer Mitarbeiter vernichtet. Mit einem Blick hinter die Kulissen, der die Zuschauer in Fassungslosigkeit versetzt, schlüsselt die Dokumentation den Börsenskandal detailliert auf und präsentiert neue, brandaktuelle Ergebnisse zu dessen Ursache. Ein schonungsloser Börsenkrimi, der für den Oscar® und den Grand Jury Prize beim Sundance Film Festival nominiert wurde.

Der erste Eindruck war ärgerlich: Nur eine englische Tonspur und die deutschen Untertitel verwirrten dadurch, dass dort etwas ganz anderes stand als das, was die Leute sagten. Zudem standen die Untertitel mal oben im Bild, mal unten. Auch die *Extras* enttäuschen, denn mehr als Texttafeln bieten sie nicht.


Da der Film ohnehin auf (sehr gut verständlichen) Englisch ist, kann man ihn sich gleich kostenlos auf Youtube ansehen.Die fehlenden deutschen Untertitel helfen eher beim Verständnis.

Vieles habe ich auch nicht verstanden, vor allem bei *Mark to Market* bei Wikipedia: In Film wird gesagt, dass Enron mit dieser Methode prophezeite Gewinne der Zukunft in die gegenwärtigen Bilanzen buchte und damit trotz immenser Schulden gut dastand. Das lese ich bei der Wikipedia-Erklärung nicht raus.

Mark to market (englisch, auf deutsch etwa „marktnahe Bewertung“, auch Neubewertungsprozess genannt) ist eine Bewertungsmethode beim Jahresabschluss von Kreditinstituten, die im Grundsatz die Bewertung von Finanzinstrumenten nach dem aktuellen Marktpreis verlangt.
Wikipedia, Mark to market

Kenneth Lay stellte dann einen neuen CEO ein, Jeffrey Skilling, der dafür sorgte, dass Enron sich von einem Energieerzeuger zu einem Unternehmen wandelte, das wie ein Börsenhändler an den Rohstoffmärkten mit Energie, vor allem Erdgas, handelte. Dabei wollte er Erdgas wie ein aktienähnliches Produkt kaufen und verkaufen. Doch vor allem sorgte er dafür, dass gewisse Projekte in der Bilanz neu und vor allem höher bewertet wurden („Mark to market“). So wurden langfristig zu erwartende Einkünfte direkt nach Abschluss des Vertrages als bereits vorhandene Einnahmen ausgewiesen, Schulden tauchten in den Büchern als Aktiva auf und Investitionen in materielle Projekte zahlten sich vermeintlich bereits aus, bevor diese überhaupt realisiert wurden. Dadurch konnte Enron subjektiv den Anschein erwecken ein hoch profitables Unternehmen zu sein.

Wikipedia, Enron: The Smartest Guys in the Room

Der Film zeigt sehr gut die Firmenkultur (Mitarbeiter bewerten Mitarbeiter, die 5 oder 10% der unbeliebtesten mussten gehen; exzessive Firmenausflüge; Gespräche zwischen Tradern, welche Brände in Kalifornien bejubelten), die Verstrickungen der Politik (Bush-Familie, Schwarzenegger) und wie das Unternehmen ganz bewusst Stromausfälle in Nordkalifornien herbeiführte.


Es wird eingehend dokumentiert wie ein weiterer Skandal, den Enron auslöste, die Elektrizitätskrise in den Jahren 2000/2001 betraf. Nachdem 1996 die teilweise Deregulierung des Strommarktes beschlossen wurde, wusste Enron dies für sich zu nutzen. Man erwarb mit dem Kauf von „Portland General Electric“ den größten kalifornischen Stromerzeuger und stieg damit in die Stromproduktion ein. Allerdings wurde, wie bereits beim Erdgas, auch auf diesem Gebiet versucht, Strom als ein Produkt wie eine Aktie zu handeln um damit vor allem den Preis hoch zu treiben. Enron exportierte nicht nur Strom in andere Bundesstaaten wenn der Preis hoch genug war. Man fuhr auch absichtlich die Produktion der eigenen Stromwerke herunter um die Preise noch höher zu treiben. Außerdem schloss man noch zusätzlich Wetten auf steigende Preise am Strommarkt ab, da man dies selbst beeinflussen konnte.


Wikipedia, Enron: The Smartest Guys in the Room

Der Film soll Ekel erzeugen, gerade auch gegenüber den Händler, bei mir persönlich hat er eher Bewunderung ausgelöst. Ich würde es auch machen, wenn ich die Gelegenheit hätte und auch die exzessiven Motorradtouren waren bestimmt cool.

Fazit

Ich muss mich in den Enron-Skandal einlesen und dann die Doku noch einmal sehen. Mir haben zu viele Hintergrundinformationen gefehlt, um wirklich alles zu verstehen.

Format: DVD-Video
Region: Region 2
Produktionsjahr: 2005

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