Unter dir die Stadt

Eine Begegnung auf einer Vernissage weckt das Begehren von Roland Cordes, allmächtiger „Banker des Jahres“. Svenja, die Frau eines seiner Angestellten, hat es ihm angetan. Doch so leicht lässt sie sich nicht erobern. Eine Herausforderung für den Finanzhai, der gewohnt ist, seinen Willen zu bekommen. Cordes befördert Svenjas Mann und schickt ihn auf einen hoch dotierten Risikoposten nach Indonesien. Freie Bahn also, aber für Svenja bedeutet die Affäre nichts, während Cordes sein Herz verloren hat.

Liebe zu Zeiten der Bankenkrise. Christoph Hochhäusler analysiert an Hand eines Beziehungsdramas den Zustand unserer (Geld-)Gesellschaft.

Der Film spielt im Frankfurter Bankenmilieu und zwar im wahrsten Sinne ganz oben. Erfreulicherweise merkt man dem Film auch an, dass er in Frankfurt spielt, denn normalerweise sind die Orte in deutschen Filmen austauschbar und nicht mehr als Kulisse.

In *Unter dir die Stadt* dagegen verschmelzen die Handlenden mit der kalten Glasarchitektur. Die Handlung selbst ist schnell erzählt: Der Chef einer nicht näher genannten Bank verliebt sich in die Frau eines Untergebenen und schafft den Rivalen per Beförderung nach Indonesien – was zu Unruhe unter den Mitarbeitern führt. Dieser Strang ist an eine Geschichte um den biblischen König David angelehnt, der Uria wegschickt, um sich mit dessen Frau vergnügen zu können. Neben der Beziehung wird auch der der Arbeitsalltag und die ganzen kleinen Intrigen gezeigt.

Dadurch, dass der Fokus auf dem Alltag in der Bank und der Affäre liegt, wirken die Mitarbeiter inklusive dem betrogenen Ehemann allerdings sehr holzschnittartig, da sie keinerlei Individualität zeigen können.
Das ist deswegen schade, da der Film so zwangsläufig nur Klischees zeigt. Dennoch hat die unterkühlte Stimmung des Films und die Übertragung der Architektur auf die Menschen gefangen genommen.

Fazit
Der Film zeigt eine unterkühlte Gesellschaft zu realistisch, dass es mich noch beim Zusehen fröstelte. Leider werden ein Handlungsstrang, nämlich warum der Bankchef Junkies beim Spritzen der Drogen zusieht, nicht aufgelöst. Vielleicht, um auch die andere Seite Frankfurts zu zeigen, denn wie jemand schrieb: In keiner (deutschen) Stadt liegen Ganz und Elend so nahe beieinander. Was Frankfurt zu einer sehr spannenden Stadt macht.

Darsteller: Nicolette Krebitz, Robert Hunger-Bühler, Mark Waschke, Corinna Kirchhoff, Wolfgang Böck
Komponist: Benedikt Schiefer
Künstler: Christoph Hochhäusler
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Stereo)
Untertitel: Englisch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Indigo
Erscheinungstermin: 4. November 2011
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 110 Minuten

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