SPEED: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Wir sparen ständig Zeit. Trotzdem haben wir am Ende immer weniger davon. Warum eigentlich? Im Takt der elektronischen Kommunikationsmittel hetzen wir von einem Termin zum anderen. Doch für die wirklich wichtigen Dinge, wie Freunde, Familie scheint die Zeit nicht mehr zu reichen. Wer oder was treibt diese Beschleunigung eigentlich an? Ist sie ein gesellschaftliches Phänomen oder liegt alles nur am mangelhaften Zeitmanagement des Einzelnen? In seinem Kinodokumentarfilm SPEED AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT begibt sich der Filmemacher und Autor Florian Opitz auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Wo ist nur die Zeit geblieben, die wir mühsam mit all den neuen Technologien und Effizienzmodellen eingespart haben? Opitz begegnet Menschen, die die Beschleunigung vorantreiben und solche, die sich trauen, Alternativen zur allgegenwärtigen Rastlosigkeit zu leben. Er befragt Zeitmanagement-Experten, Therapeuten und Wissenschaftler nach Ursachen und Auswirkungen der chronischen Zeitnot. Er trifft Unternehmensberater und Akteure, die im internationalen Finanzmarkt aktiv sind, die an der Zeitschraube drehen. Und er lernt Menschen kennen, die aus ihrem ganz privaten Hamsterrad ausgestiegen sind und solche, die nach gesellschaftlichen Alternativen suchen. Auf seiner Suche entdeckt er: ein anderes Tempo ist möglich, wir müssen es nur wollen.

Ich bin unendlich dankbar dafür, die Doku auf Youtube gefunden zu haben, bevor ich die Bestellung bei Amazon abgeschickt habe.
Es war, man kann es nicht anders sagen, eine Riesenenttäuschung. Der Autor besucht Zeitmanagment-Seminare und Reuters in London. Die Firma verdient ihr Geld wohl nicht damit, dass sie Zeitungen mit Nachrichten beliefert (dies macht 5% der Einnahmen aus), sondern mit der Einspeisung von Nachrichten in die Nachrichtensysteme der Börsenhändler. Man erfährt, dass Aktien mehrmals die Sekunde gehandelt werden, so das auch die Trader das System eigentlich mehr überwachen, anstatt es zu steuern.

Dann der radikale Wechsel auf eine österreichische Alm, auf der ein ehemaliger Investmenthändler noch einmal von dem Kokon und der Gehirnwäsche der Szene erzählt. Nur können wir nicht alle Händler werden, um mit 40 auszusteigen. Auch die Zufriedenheit der Bergbauern liefert genau so wenige Antworten wie Projekte in Patagonien oder Butan.

Am Ende hat der Autor eine Menge Fragen gestellt und keine Antwort geliefert. Und mir blieb die Erkenntnis, dass ich die 1 1/2 Stunden lieber gelesen hätte, da die Doku wirklich vertane Zeit ist.

Komponist: Von Spar
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Lighthouse Home Entertainment
Erscheinungstermin: 26. April 2013
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 101 Minuten

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