Let’s Make Money

„The best time to buy is when blood is on the streets“: Erwin Wagenhofer (WE FEED THE WORLD – ESSEN GLOBAL) folgt in seinem neuen Dokumentarfilm LET’S MAKE MONEY der Spur des Geldes im weltweiten Finanzsystem. Die meisten von uns ahnen nicht einmal, wo ihr Geld ist. Sicher ist nur, dass es sich nicht bei der Bank befindet, der wir es anvertraut haben.

LET’S MAKE MONEY blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherern. Was hat unsere Altersvorsorge mit der Immobilienblase in Spanien zu tun? Wir müssen dort kein Haus kaufen, um dabei zu sein. Sobald wir ein Konto eröffnen, klinken wir uns in die weltweiten Finanzmärkte ein – ob wir wollen oder nicht. Die meisten von uns interessiert es auch nicht, weil wir gerne dem Lockruf der Banken folgen: „Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!“

Doch Geld kann nicht arbeiten: arbeiten können nur Menschen, Tiere oder Maschinen.

Was ich an dem Film sehr schätze ist, dass er den Zuschauer, wie auch *We feed the world*, nicht bei der Hand nimmt und, wie in Terra X – und BBC – Dokus leider üblich, alles dreimal erklärt, bis es auch noch der Doofste verstanden hat. Stattdessen präsentiert er Puzzelteilchen, die jeder für sich selbst zusammensetzen muss, um zu verstehen, wie alles zusammenhängt.

Und nachdem man die Gespräche mit Investoren, Journalisten, Politikern und den Arbeitern vor Ort zusammengepuzzelt hat, bleibt ein durchaus bedrücktes Gefühl zurück. Vor allem, weil niemand gegen das System ankommt. Wie es sinngemäß in einer Doku über Josef Ackermann hieß: *Angela Merkel dachte (bei der Regierungsübernahme), sie wäre an der Macht. Sie musste erfahren, dass sie nur an der Regierung ist.*

Und man beginnt zu begreifen, was Horst Köhler meinte, als er vom Monster der Finanzmärkte sprach. Ein Interviewter, ehemaliger NSA-Mitarbeiter, verglich seine Arbeit als *Economic Hitman* mit der Mafia: Lassen sich ressourcenreiche Staaten nicht auspressen und sind Regierungschefs nicht bereit, die Allmacht des Dollars zu stützen, so werden sie eliminiert, notfalls mit Krieg. So geschehen bei Hussein, der sich nicht korrumpieren ließ und Öl in Euro handeln wollte.

Ohne Vorwissen sollte man sich darauf einstellen, den Film zweimal sehen zu müssen, um wirklich alle Zusammenhänge zu verstehen.

Fazit

Erschütternd, aber wichtig. Wer wissen möchte, wie die globale Politk und die Märkte funktionieren, bekommt mit der Doku einen guten Einblick.

Regisseur(e): Erwin Wagenhofer
Format: Dolby, PAL
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Euro Video
Erscheinungstermin: 18. Juni 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 103 Minuten

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