Abgebrochen: Mad Men 2

Wahrheit ist Ansichtssache.

Er benutzt Frauen wie Spielzeug und Wörter wie Waffen: In der turbulenten Welt der New Yorker Werbeagenturen verkauft keiner überzeugender als Don Draper. Nebenbei bleibt ihm genug Zeit, die Früchte der sexuellen Revolution zu genießen. Doch die Swinging Sixties halten für den geschäftstüchtigen Frauenschwarm und seine idyllische Vorstadt-Familie nicht nur erfreuliche Entwicklungen bereit.

Prickelnder als Champagner, stärker als Whiskey: Auch die 2. Staffel der vielfach preisgekrönten Erfolgsserie entführt mit ironischem Augenzwinkern in die gute alte Zeit, als Männer noch Machos waren, Frauen kein Geld verdienen durften und Kinder ihren Eltern ohne Widerspruch gehorchten.

Als ich die erste Staffel von Mad Men gesehen habe, war ich so begeistert, dass ich die Serie in 3,4 Tagen weggesehen habe. Jetzt frage ich mich, wie ich diese gähnende Langeweile ertragen habe.
Ich habe die ersten 4 Folgen auf Englisch gesehen (sehr gut verständlich) und dachte, es würde daran liegen, dass dies doch eine gewisse Anstrengung für mich bedeutet. Also die nächsten Folgen auf Deutsch geguckt und es offenbarte sich die ganze Inhaltslosigkeit der Serie. Ich könnte keinem die Handlung wiedergeben, weil es einfach keine gibt. Sicherlich würde es mich interessieren, wie einige Probleme ausgehen, aber nicht so sehr, dass ich mich weiter durchquäle. Abbruch in Folge 5.

Fazit:

Langweilig, die Ausstattung ist allerdings top.

Ein echter Handlungsstrang ist in den ersten 7 Folgen nicht zu erkennen: Die ganzen Arschlöcher stolpern unterkühlt durch ihre oberflächlichen Werbejobs und paffen dabei die Räumlichkeiten zu, bis die Lunge die Luft zum Atmen kleinschneiden muss. Krisen (wenn es denn mal welche gibt, die nicht in einer halben Folge erledigt sind) werden mit verschiedenen Varianten des waidwunden Schnapsglas-Blicks weggeglotzt oder im Nebenzimmer von „Mann zu Mann“ ausgetragen: „Ich bin hier der Boss!“ – „Ach so. Ja, das würde auch die enorme Größe ihres Schnapsglases erklären!“


Fazit: Serienenttäuschung auf hohem Niveau. Strunzlangweilige Jahrzehntkritik mit bunten Möbeln. Nach 7 Folgen musste ich brechen, und zwar ab. – Warum manche DAS für anspruchsvoll halten, will mir nicht in die Birne. Aber vielleicht passt bei jenen ja auch eine ganze Schnapsflasche in den Kopf. – Hochkant!

„Mad Men“ (Review) – oder: nach 7 Folgen verrückt geworden…

eit ungefähr zwei Jahren schwärmen auch in Deutschland die Menschen von dieser Serie, jedenfalls die, die sie bereits auf DVD gesehen haben. Sie sei so intelligent erzählt, so ganz anders als alles, was es sonst so im Fernsehen geben würde. „Mad Men“ sähe außerdem auch noch ganz fantastisch aus: die Anzüge der Männer, die Kostüme der Frauen – die Autos, die Restaurants, die kleinen und großen Details. Außerdem habe man selten ein so genau gezeichnetes Gesellschaftsbild über New York und die USA Anfang der 60er Jahre gesehen, als quasi alles erfunden wurde, was unsere Moderne ausmache.

All das würde ich auch gerne in „Mad Men“ sehen, aber ich sehe es einfach nicht. Ich sehe eine New Yorker Werbeagentur um 1960. Dort arbeiten die so genannten Mad Men, eine Art Wortspiel. Die Agentur liegt an der Madison Avenue, „mad“ bedeutet aber auch wahnsinnig, verrückt, irre, böse. Im Mittelpunkt der Serie steht der Chefkreative Don Draper. Er ist verheiratet und hat Affären. Alle anderen Männer in der Serie haben auch Affären. Manche Männer in der Werbeagentur haben gute Ideen, manche schlechte. Frauen spielen auch eine Rolle, nämlich die der Ehefrau oder der Sekretärin oder der Geliebten. Alle rauchen. Alle trinken. Alle sind auf ihre Art unglücklich. Das Leben wird kompliziert, die Welt scheint im Umbruch. Das alles ist furchtbar langweilig.

Was mich nach sechs Folgen „Mad Men“ aber dann doch verblüfft: Ich weiß immer noch nicht, worum es eigentlich geht. Es gibt welche, die sagen, es geht um die Zeit, diese unglaubliche, großartige Zeit, darum, wie man damals gelebt hat, um die Träume, die die Menschen damals hatten, um die Sehnsüchte, die sie geleitet haben. Und vielleicht stimmt das. Vielleicht ist „Mad Men“ deshalb auch eine ganz großartige Serie. Vielleicht kann ich das einfach nicht sehen.


Tagesspiegel


Beide Zitate zu Staffel 1

Darsteller: Jon Hamm, Vincent Kartheiser, January Jones, Elisabeth Moss, Christina Hendricks
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universal/DVD
Erscheinungstermin: 9. Dezember 2010
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 598 Minuten

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