Die Herzogin

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Arrangierte Ehen haben es in sich, das bekommt auch Keira Knightly als Georgiana Spencer (Keira Knightley) zu spüren, als sie den fünften Duke von Devonshire, William Cavendish (Ralph Fiennes), heiraten darf. Der Film von Saul Dibb stützt sich auf ein Buch der Historikerin Amanda Foreman, das schon 1999 den Whitbread Prize für die beste Biographie verliehen bekam. Die Produktion zeigt eindrucksvoll, dass Frauen auch schon im 18. Jahrhundert stark auf ihr Ansehen und ihre Stellung bedacht waren. Reich zu heiraten und dann als Kindermaschine zu dienen, reichte nicht allen für ein anspruchsvolles Leben aus, vor allem dann, wenn Stand und Rang eine entscheidende Rolle spielten. Der Kostümfilm erzählt aber in erster Linie nicht von einer Epoche, sondern von der Emanzipation einer Einzelperson, die sich mit dem damaligen Standard nicht abgeben will. Die Demütigung durch ihren Mann ist dabei die Antriebsfeder für das aus heutigen Augen feministische Verhalten der Lady, die sich mit ansehen muss, wie ihr Gatte eine weitere Frau ins Haus holt. Dass nicht alle Handlungszüge historisch nachvollziehbar ausfallen, mag den historisch versierten Zuschauer stören, den durchschnittlichen Kinogänger erinnert es unmissverständlich an die selbst heute nicht immer klar ausdefinierte Stellung der Frau in der Ehe. Interessant, den Filmemachern nach aber von der Hand zu weisen, sind die Parallelen zum Leben von Lady Di, einer tatsächlichen Nachfahrin der Georgiana Spencer. Der Kostümfilm spart nicht mit Prunk und Glamour, was nicht bloß historisch authentisch herüber kommt, sondern tatsächlich deutliche Bezüge auf das Stargetümmel in Hollywood oder auf so manchem roten Teppich anbietet. Keira Knightley und Ralph Fiennes kämpfen engagiert ihren Part gegeneinander und füllen ihre Rollen in all ihrer Boshaftigkeit und Charmance vollkommen aus. Keira Knightley beweist einmal wieder ihre Liebe zum Kostümfilm („King Arthur“, „Stolz und Vorurteil“, „Fluch der Karibik“, Abbitte“) und Ralph Fiennes zeigt abermals sehr eindrucksvoll, wie fabelhaft ihm finstere Rollen stehen. Bedauerlicherweise gehen Dominic Cooper („Starter for 10“, Mamma Mia!) und Charlotte Rampling („Swimming Pool“, „Babylon A.D.“) in dem ganzen Spektakel ein wenig unter. Fazit: Kostümfilm mit Biss und Eleganz

Der Film war ziemlich langweilig: Eine Frau, unterdrückt von ihrem Ehemann (was in einer Dreiecksbeziehung zu seinen Gunsten endete), die Diskrepanz zwischen Fassade und Innenleben – nicht Neues und ich fragte mich, warum ausgerechnet ihr Leben verfilmt wurde und wann sie sich endlich auflehnt; leider geschah absolut gar nichts.

Fazit:
Als Kostümfilm toll ausgestattet, aber absolut handlungsarm. Sehr negativ: Nur deutsche Untertitel – ich sollte gar keine deutschen DvDs mehr kaufen, da die englischen Untertitel fast immer ausgespart bleiben.

Darsteller: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Charlotte Rampling
Regisseur(e): Saul Dibb
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 21. August 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 106 Minuten

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