Gosford Park

Mit Gosford Park zeigt sich Regisseur Robert Altman von seiner allerbesten Seite. Gleich von der Eröffnungsszene an, in der die Kamera durch die Bäume eines englischen Landgutes blickt, setzt Altman den 30er-Jahre-Hintergrund und die klassische Krimiformel auf meisterhafte Weise in Szene. Aristokraten treffen sich an einem Wochenende zur Jagdgesellschaft mit ihren pflichtbewussten Dienern im Schlepptau, und die Obergeschoss/Untergeschoss-Teilung der Klassen ist perfekt auf Altmans Methode (die er auch in Nashville and Short Cuts angewendet hat) zugeschnitten, Dialogfetzen und zahlreiche Nebenhandlungen sich überschneiden zu lassen, um die zu Grunde liegenden Motive und die Sünden, von denen sie getrieben werden, offenzulegen. Habgier, Vergeltung, Snobismus und Begierde lösen eine komische Unruhe aus, während der fast Schwindel erregende Effekt der raschen Wendungen von Altmans wahrscheinlich bisher stärkster Besetzung gelindert wird.

Vor allem sticht hier Maggie Smith hervor mit ihrer umwerfenden Darbietung der Constance, einer unselbstständigen Gräfin, die für jede Gelegenheit eine geistreiche Bemerkung auf den Lippen hat. Michael Gambon ist in der Rolle des unglückseligen Gastgebers Sir William McCordle einer der schlüpfrigsten Charaktere, der jemals auf der Leinwand zu sehen war. Kristin Scott Thomas ist als Lady Sylvia, Sir Williams Gattin, absolut kalt und doch sexy. Helen Mirren, Emily Watson und Clive Owen schließlich sind als wichtigste Charaktere aus den geschäftigen Reihen der Diener im Untergeschoss den Hauptdarstellern jederzeit ebenbürtig. Gosford Park gelingt es, umwerfend unterhaltsam zu sein und gleichzeitig menschliche Schwachpunkte, Kompromisse und unser endloses Bedürfnis nach Bekenntnis offenzulegen.

Wie kann ein Film nur so langweilig sein?

Endloseses Geschwatzte unter Herrschaft und Dienerschaft, meistens alles gleich belanglos. Wobei das meiste Gerede belanglos ist, wenn ich an das Gerede denke, welches ich mit Freundinnen führen, wenn wir gemeinsam ausgehen / uns treffen – weswegen ich insgesamt nicht gerne rede.

Dann werden die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten dargestellt, eine Dienerin, die diese Schranke durchbricht, erkennt im selben Moment, dass sie in Zukunft weder Haus noch Heim hat. Auch kein Wunder, nachdem eine Putzfrau von mir einfach einen Anruf entgegen nahm, sagte ich ihr, noch bevor ich den Telefonhörer entgegennahm, dass sie unverzüglich meine Wohnung verlassen muss, ich fürchte, sie hat bis heute nicht begriffen warum. (Hätte sie das, dann hätte sie auch nicht ohne Nachfragen den Paketdienst in die Wohnung gelassen). Also auch keine Überraschung.
Der Mord geschieht nach zwei unendlich langen Stunden, trägt aber auch nicht dazu bei, dass auch nur ein Hauch von Spannung aufkommt.

Fazit:

Unglaublich langweilig, gefühlt hat der Film 4 Stunden gedauert.

Darsteller: Michael Gambon, Kristin Scott Thomas, Camilla Rutherford
Regisseur(e): Robert Altman
Komponist: Patrick Doyle
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universal/DVD
Erscheinungstermin: 22. Mai 2003
Produktionsjahr: 2001
Spieldauer: 132 Minuten

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