Die Gräfin

Ungarn im 16. Jahrhundert. Die Gräfin Erzebet Bathory (Julie Delpy, Before Sunrise, 2 Tage Paris) gilt als mächtigste Frau des Landes. Nach dem Tod ihres Ehemanns verwaltet sie allein die Familien-Reichtümer, die sogar die des ungarischen Königs übertreffen. Graf Thruzo (William Hurt, 8 Blickwinkel, A History Of Violence) macht der verwitweten Adligen bald einen Heiratsantrag, doch sie betrachtet die Herkunft des Werbenden als unter ihrer Würde. Als Erzebet sich dann aber in Thurzos Sohn Istvan (Daniel Brühl, Die fetten Jahre sind vorbei, Good Bye, Lenin!) verliebt und der weitaus jüngere Mann ihre Gefühle erwidert, sinnt der Graf auf Rache. Gewaltsam bringt er Istvan nach Dänemark und verheiratet ihn mit einer anderen Frau. In Ungarn streut Thurzo zugleich Gerüchte darüber, dass Istvan Erzebet nicht mehr liebe. Diese glaubt, den jungen Geliebten wegen des hohen Altersunterschieds verloren zu haben und wird von Enttäuschung und Sehnsucht zerfressen. Eines Tages erliegt sie der bizarren Wahnvorstellung, das Blut jungfräulicher Mädchen könnte sie verjüngen und für Istvan wieder attraktiv machen…

Filmstarts

Der Film war – sieht man von den Ekel-Szenen ab – ziemlich langweilig, Daniel Brühl ist in einem Historienfilm (bei aller Sympathie) eine Fehlbesetzung. Die Handlung Frau liebt 20 Jahre jüngeren Mann und glaubt aufgrund von Intrigen, diese Liebe würde nicht erwidert, ist ziemlich lahm umgesetzt, auch die Konflikte in Ungarn, die die angebliche (?) Blutgräfin so in Verruf gebracht haben (Schulden beim König, selbstständige Frau) wurden eher als Nebenhandlung abgetan, stattdessen legt sich der Film eindeutig fest, dass die Gräuel wirklich begangen wurden. Im Grunde ist es ein Film über eine Frau, die mit dem Altwerden Probleme bekommt und dieses versucht durch das Blut von Jungfrauen aufzuhalten (am Ende soll sie 10 Mädchen im Monat verbraucht haben). Die Morde selber sind angemessen dargestellt, deutlich wird gezeigt, wie das erste Mädchen noch angezapft wird (was einigen Kinobesuchern zu hart war, am Schluss war nur noch die Hälfte da), Leichen im Winter von Wölfen angenagt werden (was man in jeder Tierdokumentation sieht) und die Mädchen letztendlich professionell ausgequetscht werden – insgesamt dürfte der Anteil dieser Szenen deutlich unter 10 Minuten liegen.
Dadurch, dass sich der Film festgelegt hat, dass diese Verbrechen stattfanden, wird das Gerichtsverfahren schnell in fünf Minuten abgehandelt. Auch wird nicht berücksichtigt, dass die Tagebücher der Blutgräfin – wie sie immer behauptet hat – gefälscht sind, im Gegenteil, im Film wird gezeigt, wie diese sicherlich hochintelligente Frau diese schreibt.

Fazit:
Anstatt die Konflikte aufzutun, die zum Mythos der Blutgräfin geführt haben könnten (ich will nicht bestreiten, dass es solche krankten Geister gibt), versinkt der Film in einem Mischmasch aus Liebes- und*Probleme mit dem Altwerden*-Geschichte.

die-grafin

Elisabeth Báthory, verheiratet Elisabeth Nádasdy (ungarisch: Báthory Erzsébet, slowakisch: Alžbeta Bátoriová/Báthoryová, * 7. August 1560 in Nyírbátor, Ungarn; † 21. August 1614 auf Burg Čachtice, Königliches Ungarn, heute Slowakei) war eine ungarische Gräfin aus dem Hause der Báthory von Ecsed. Ihre möglicherweise politisch motivierte Verurteilung als Serienmörderin im Jahr 1611 gab Anlass zur Herausbildung der Legende einer „Blutgräfin“, die die reale historische Person verdrängt hat und den Stoff für zahlreiche künstlerische Bearbeitungen abgab.

Unbestrittene Fakten [Bearbeiten]

Graf Georg Thurzo von BethlenfalvaAuf Befehl des habsburgischen Königs Mathias II. (ung. Mátyás) von Ungarn stürmte und durchsuchte Graf Georg Thurzo von Bethlenfalva (*2. September 1567, slow.: Juraj Thurzo, ung.: Thurzó György), seit 1609 Palatin von Ungarn und Vetter von Báthory, am 29.Dezember 1610 die Burg Čachtice. Báthory wurde wegen vielfachen Mordes an Dienerinnen 1611 unter Hausarrest gestellt. In Bitcse wurden zwei Prozesse abgehalten, je einer in Ungarisch und in Latein. Da man Báthory selbst an ihnen weder teil-, noch irgendwie dazu Stellung nehmen ließ, bestand der Prozess nur aus der Vernehmung von Mitangeklagten und Zeugen. Erstere waren diverse Diener(innen) der Gräfin:

Helena (ung. Ilona) Jó, die Amme von Báthorys Kindern,
Johannes (ung. János) Ujváry, genannt Ficzkó, ihr Hausmeister,
Katharina Beneczky, Witwe des Johann Boda, zehn Jahre lang als Wäscherin auf der Burg,
Dorothea (ung. Dorottya) Szentes, genannt Dorkó, Witwe des Benedict Scöcs, fünf Jahre Kammerzofe der Gräfin.
Die Aussagen dieser Mitangeklagten wurden laut den Prozessunterlagen einmal freiwillig, ein weiteres Mal unter der Folter erbracht. Anna Darvula galt ebenfalls als Täterin, war aber schon vor der Erstürmung der Burg gestorben.

Als Resultat des Prozesses wurden Dorothea und Helena die Finger abgerissen und beide dann lebendig verbrannt. Johannes wurde geköpft, seine Leiche auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Katharina wurde zunächst in Haft belassen und nicht sofort verurteilt, da sie teilweise durch Zeugenaussagen entlastet war. König Matthias verlangte das Todesurteil gegen die Gräfin Báthory, doch stimmte Thurzo dem nicht zu. Báthory wurde in einem kleinen Zimmer auf ihrer Burg Čachtice bis zu ihrem Lebensende eingemauert. Danach hatte sie nur durch ein kleines Loch in der Mauer Kontakt zur Außenwelt.

Ende Januar 1611 wurde Báthory von Georg Drugeth von Homonna, der Erbansprüche geltend machte, aufgesucht. Am 8. Oktober gab es ein Treffen der beiden Erben, bei dem die Aufteilung des Erbes diskutiert wurde. Am 31. Juli 1614 machte Báthory ihr Testament, das eine gleichmäßige Aufteilung ihres Eigentums unter ihre Kinder vorsah und Paul als Stammhalter einsetzte. Am 18. August verhandelten Paul und Homonna um das Erbe. Báthory starb am 21. August in ihrer Zelle und wurde am 25. November in der Kirche zu Čachtice beigesetzt. Am 13. August 1615 starb ihre Tochter Anna kinderlos und fiel als Erbin aus, so dass sich Paul und Homonna am 9. März 1616 auf die Aufteilung des Erbes einigten.

Interpretationen [Bearbeiten]
Báthory als grausame Serienmörderin [Bearbeiten]
Die Prozessunterlagen schildern, dass Báthory viele Mädchen auf ihre Burgen gelockt hat, um sie dort auf vielfache Weise nackt zu Tode zu foltern. Nach den Prozessakten hat Thurzo sofort nach Betreten der Burg Čachtice die ersten Mädchenleichen gefunden. Báthory und ihre Diener(innen) haben laut den Aussagen folgende Foltermethoden praktiziert: Fesselung, Schläge und Auspeitschung bis zum Tode, Schnitte mit der Schere, Stiche mit Nadeln, Verbrennungen mit heißem Eisen und Wasser, Übergießen mit Wasser im Frost, brennendes Ölpapier zwischen den Zehen, Ohrfeigen und Messerstiche.

Dorothea sagte aus, von 36 getöteten Mädchen zu wissen. Eine andere Zeugenaussage beinhaltet die Existenz eines Tagebuches der Báthory, in dem die Tötung von 650 Mädchen beschrieben sei. Dieses Buch ist bis dato unpubliziert. Eine weitere Zeugin gab an, auf Schloss Sárvár seien ihres Wissens über 80 Mädchen getötet worden.

Michael Farin, der als Herausgeber der aktuellen deutschsprachigen Quellensammlung zu Báthory sowohl die zeitgenössischen Quellen als auch die Entstehung der späteren Báthory-Legende dokumentiert hat, hält die historische Báthory nicht für unschuldig,[1] ebenso György Pollák[2].

Eine Variation dieser Auffassung besagt, dass Báthorys Verhalten lediglich exzessiver war als das anderer Hochadliger. Sie sei demzufolge nur angeklagt worden, weil sie sich nicht mit Bauernmädchen begnügte, sondern schließlich auch Mädchen aus dem niederen Adel Ungarns umbrachte, darunter die Sängerin Helene (ung. Ilona) Harczy, die sie in Wien kennengelernt hatte.

Báthory als Opfer einer politischen Intrige [Bearbeiten]
Die These von Báthorys Schuld als Serienmörderin auf die Prozessakten zu stützen ist problematisch, da ihr Prozess nicht mit einer modernen Auffassung von Rechtsstaatlichkeit übereinstimmt: Báthory konnte sich nicht äußern und war nicht anwaltlich vertreten. Die Anklage stützte sich allein auf Aussagen ohne forensische Untersuchungen. Die Aussagen der Diener(innen) wurden unter der Folter erbracht und wären damit heute wertlos. Die Form der Todesurteile gegen diese Angeklagten ist ebenfalls frühneuzeitlich.

Die Auffassung von Báthorys Unschuld, erstmals vertreten von László Nagy 1984, sieht im Vorgehen gegen Báthory eine politische Intrige seitens des Hauses Habsburg.[3] Habsburger und Báthorys waren schon seit langem verfeindet. Der Konflikt der beiden Häuser begann 1571, als sich Stefan Báthory mit osmanischer Hilfe gegen den habsburgischen Kandidaten als Wojewode von Transsylvanien durchsetzte. Stefan setzte sich dann 1575 gegen Kaiser Maximilian II. als König von Polen durch. Die Habsburger waren katholisch und führten 1580 die Gegenreformation in Österreich ein. In Transsylvanien hingegen ließ der evangelische Wojewode Sigismund Báthory, ein Nachfolger von Stefan, 1588 die Jesuiten ausweisen und 1592 die Unitarier aus Polen immigrieren. 1597-1602 kam es zur Auseinandersetzung zwischen Sigismund Báthory und Rudolf von Habsburg um die Herrschaft über Transsylvanien, bei der der Habsburger sich durchsetzen konnte. Rudolfs Kommissar Georg Basta beschlagnahmte den Besitz diverser ungarischer Adliger und ging gegen die Evangelischen vor, so dass 1604 sogleich wieder der Aufstand des István Bocskay gegen ihn losbrach, der Transsylvanien wieder unabhängig von den Habsburgern werden ließ.

Somit konnte 1608 Gabriel Báthory Wojewode von Transsylvanien werden. Bei einem möglichen Feldzug von Gabriel Báthory gegen die mit König Matthias verbündete Walachei (oder wie schon 1605 quer durch Ungarn) hätte die evangelische Elisabeth Báthory ihrem Verwandten Bewaffnete aus ihren überall im Land verstreuten Burgen schicken können. Mit ihrer Festsetzung 1610 wurde das verhindert. Die Organisation eines Prozesses gegen sie mit zahlreichen gekauften Zeugen wäre einfacher gewesen als die zahlreichen Kriegsaktivitäten der Habsburger gegen die Báthorys. 1611 unternahm Melchior Khlesl, Kanzler des Matthias von Habsburg und aktiver Förderer der Gegenreformation, nach einem gescheiterten Mordversuch gegen Gabriel Báthory einen Feldzug gegen Transsylvanien. Nachdem 1613 Gabriel gestürzt und ermordet wurde, starb 1613 auch sein Amtsvorgänger Sigismund Báthory in Prag, so dass die Habsburger eine konkurrierende Dynastie erfolgreich ausgeschaltet hatten.

Tony Thorne, Direktor des Sprachenzentrums am King’s College der Universität von London, der alternative Subkulturen und Kulte in Gegenwart und Vergangenheit erforscht, reiste nach Osteuropa und diskutierte mit osteuropäischen Gelehrten, die kontroverse Standpunkte über die Schuld von Báthory vertraten: Dr. Katalin Peter, Prof. Agnes R. Varkonyi, Pal Ritook, Borbala Benda, Zsuzsana Bozai und Tibor Lukacs in Budapest, Beata Havelska von der Musik- und Theater-Akademie in Bratislava, Dr. Pavol Stekauer, Dr. Stefan Franko von der Kunst-Fakultät der Pavol-Jozef-Šafárik-Universität Košice, Slowakei, Dr. Jozef Kocis, Archivar im Schloss von Bytča, Dr. Irma Szadeczky-Kardoss, Rechtsanwältin. Diese Gespräche fügte er in seine 1997 erschienene Dokumentation Countess Dracula, The life and times of the Blood Countess, Elisabeth Báthory, ein.

Thorne führt für die Unschuldsvermutung folgende Argumente an: 1. Da ihr Gatte Nádasdy gestorben war, war Báthory schutzlos. Georg Thurzo hatte schon vor ihr hochadelige Witwen kaltgestellt, um sich in deren Besitz zu bringen, was Báthory in einem Brief an ihn erwähnte, in dem sie schrieb, sie werde nicht gleichermaßen ein leichtes Opfer sein. 2. Bei der Behandlung von Dienerinnen niedrigen Standes durch Hochadelige war damals die Prügelstrafe allgemein üblich und wurde auch von Georg Thurzo selbst ausgeübt. 3. Die medizinischen Verfahren der Zeit, die von hochadeligen Frauen an ihren Dienerinnen praktiziert wurden, waren ähnlich weit entwickelt wie die damalige Rechtsprechung.

Legendenbildung [Bearbeiten]
1721 behandelte der Jesuit László Turóczi in seinem vom Geist der Gegenreformation geprägten Werk „Ungaria suis cum regibus compendio data“[4] die Verurteilung von Báthory vom Standpunkt des Gerichts aus und ergänzte sie um einige Erfindungen: Báthory habe beim Foltern eines Mädchens einige Blutspritzer abbekommen und auf der befleckten Stelle eine deutliche Verjüngung ihrer Haut verspürt. Sie entschloss sich daher, Mädchen zu töten und in deren Blut zu baden, um ihre Haut jugendlich und attraktiv zu erhalten. Helena und Dorothea seien Hexen gewesen. Turóczi gab auch erstmals als Ursache des Falls Báthorys Übertritt zum Luthertum an.

angebliche Eiserne Jungfrau der Báthory (Bermann 1868)Turóczis ist die älteste Schrift über Báthory nach den Originalakten. Seine Behauptungen wurden von späteren Autoren wiederholt, z.B. 1742 von Matthias Bel[5], und oft noch ausgebaut. Die Publikation der Prozeßakten 1817[6] hatte keinen Abbruch der Legendenbildung zur Folge. Ein neues Erzählelement war z.B. eine Eiserne Jungfrau in Báthorys Folterkammer. Die reale Bathory geriet in Vergessenheit.

Neben pseudohistorische Schilderungen traten rein fiktive Werke ohne Wahrheitsanspruch, so schrieb Leopold von Sacher-Masoch von den Sagen um Bathory angeregt ein Werk.[7]

Insbesondere durch die Legende, Báthory habe im Blut der ermordeten Mädchen gebadet oder es getrunken, um sich selbst jung zu halten, bekam Báthory den Beinamen „Blutgräfin“. Ob Bram Stoker von der Bathory-Legende angeregt war, ist umstritten[8]. Eine Verbindung zwischen der Blutgräfin und bluttrinkenden Vampiren wurde erstmals 1970 hergestellt, um einen Film zu bewerben. Mittlerweile ist sie ein typisches Thema im Vampir-Genre.[9] In etlichen Werken, die von den Legenden um die „Blutgräfin“ handeln, wird der Name Báthory gar nicht mehr genannt.

Wikipedia

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