Chiko

VideoMarkt
Die beiden Freunde Chiko und Tibet leben in einem Problemviertel der Hamburger Vorstadt und machen sich keine Illusionen über ihre Zukunft. So will es Chiko wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen und verprügelt einen Gras-Dealer, der für die Kiezgröße Brownie arbeitet, um so dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Prompt stellt ihn der Drogenboss und Musikproduzent an, bestraft aber Tibet im Gegenzug für heimliche Straßendeals. Das wird Folgen haben, für alle Beteiligten.

VideoWoche
Ungewöhnlich schonungslos inszeniert ist Özgür Yildrims Spielfilmdebüt, ein hartes und packendes Milieudrama, das nicht von ungefähr an Fatih Akins Erstling „Kurz und schmerzlos“ (und damit auch an die frühen Gangsterfilme von Martin Scorsese) erinnert – Akin half bei der Finanzierung. In einer Nebenrolle brilliert Moritz Bleibtreu als skrupelloser Drogenboss, doch vor allem Denis Moschitto („Kebab Connection“) und Volkan Özcan gehört dieser Film, dessen Härte gefällt und der Klischees geschickt ausweicht.

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Der Film ist mir fremd geblieben.
Die Dealer können keinen einzigen normalen Satz formulieren (zumindest keinen ohne mindestens zwei fiese Schimpfwörter und ab und zu klang es, als würden sie rappen), haben wie gestörte ihre Pupillen oben in den Augenlidern (soll wohl cool und abgebrüht wirken) und Frauen werden ständig mißhandelt. Kurzum, ich hätte mir auch einen Film über indianische Ureinwohner im Amazonas ansehen können, das Subjekt wäre mir ähnlich vertraut gewesen. Zudem ist mir nicht ganz klar, ob es besonders schlau ist (wobei alle dumm und gewalttätig sind), sich als Dealer einen Mercedes mit goldenen Felgen bestücken zu lassen: Polizei überprüfe mich. Auch warum es zu der Messerstecherei im Waschraum der Moschee kam, weiß ich immer noch nicht, aber da die Türken alle gleich aussahen konnte ich der Handlung nur sehr mühsam folgen.
Gut war dagegen die Inszenierung, welche wie bei meiner Lieblingsserie KDD sehr realistisch fotographiert wurden und kein bißchen nach Film aussieht.

Fazit:

Nachrichten aus einer mir fremden Welt, die mich auch nicht interessiert.

  • Darsteller: Denis Moschitto, Volkan Özcan, Moritz Bleibtreu
  • Regisseur(e): Özgür Yildirim
  • Komponist: Darko Krezic
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ufa/DVD
  • Erscheinungstermin: 12. Januar 2009
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 88 Minuten

„Mit viel Feingefühl zeichnet Özgür seine Charaktere, die hin- und hergerissen sind zwischen zwei Welten. Nicht zwischen der deutschen und der türkischen, nein. Die Grenze verläuft zwischen Gut und Böse. Zwischen Hasch verticken und die Mutter zur Dialyse fahren, zwischen Zuschlagen und Heulen, zwischen Statussymbolen und Kleinjungenträumen, zwischen Moschee und Plattenbau, zwischen einer Hure und dem ersten Kuss.“

Eva Eusterhus: Welt am Sonntag, 3. Februar 2007

„Chiko (ist) ein eigenständiger, auf handwerklich hohem Niveau inszenierter Gangsterfilm mit herausragenden, authentischen Darstellern. Eine mit rigoroser Kompromisslosigkeit ausgestattete Milieustudie mit ausreichend Potential, um bei seiner Zielgruppe zum Kultfilm zu avancieren. Eine Stil-sichere Rise-and-Fall Story, perfektes Genre-Kino.“

Filmbewertungsstelle Wiesbaden

„Vielschichtige und atmosphärisch dichte Millieustudie mit brillierender Besetzung.“

Gordo Simenu: Zelluoid, 4. April 2008

„Der Film ist ein intensives, kraftvolles und authentisches Drama, welches im Migrantenmilieu spielt. Chiko erinnert oft an Fatih Akıns Geniestreich Kurz und schmerzlos aus dem Jahr 1998. Super ist, dass der Film Hamburgflair verströmt ohne sattsam bekannte Reeperbahnbilder.“

Oliver Noelle: TV-Digital Heft 8 vom 4. April 2008

Wikipedia

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