12 Uhr mittags

Will Kane, verdienstvoller und beliebter Town Marshal (dem Amt des Sheriffs verwandt) der Kleinstadt Hadleyville, hat gerade die Quäkerin Amy geheiratet und ihr zuliebe seinen Posten aufgegeben, als er die Nachricht erhält, dass der Bandit Frank Miller, den Kane fünf Jahre zuvor ins Gefängnis gebracht hatte, nach seiner Begnadigung mit dem 12-Uhr-Zug in die Stadt kommen werde, um sich zu rächen. Da sich bereits drei Mitglieder der Miller-Bande am Bahnhof aufhalten, wird Kane von den anwesenden Hochzeitsgästen gedrängt, die Stadt schneller als geplant zu verlassen, obwohl der neue Marshal erst am nächsten Tag erwartet wird.

Wikipedia

Der Film war der beste Western, den ich je gesehen habe und das sind doch immerhin einige gewesen, alleine der gedanke, 50 Jahre vor 24 in Realzeit zu drehen, muß damals bahnbrechend gewesen sein.

Rechte Kräfte fanden den Film „unamerikanisch“ und den Sheriff Will Kane (Gary Cooper) zu verweichlicht und verbittert, angeblich drehten Howard Hawks und John Wayne 1959 „Rio Bravo“ daher als Antwort auf „High Noon“.
Die amerikanische Linke hingegen identifizierte sich mit dem von der Gemeinschaft (aus Angst) im Stich gelassenen Kane. Als eine Art Parabel auf die Kommunistenhetze war der Film wohl auch gemeint.

Amazon

Der Film ist in seiner Aussage, dass letztendlich jeder für sich selbst einstehen muß und sich jeder selbst auf beste Freunde nicht mehr verlassen kann, tieftraurig, aber wahr.

High Noon zählt auch heute noch unter Kritikern zu den besten Filmen aller Zeiten. In der IMDb ist er seit Erstellen der Liste der Top 250 Filme ständig vertreten. Das American Film Institute wählte ihn auf der Liste der 100 wichtigsten Filme der letzten 100 Jahre auf Platz 33. 1989 erfolgte die Aufnahme in das „National Film Registry“ der Library of Congress (USA). In diesem Archiv werden nur Filme aufgenommen, die als kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutend und damit für die Nachwelt besonders erhaltenswert eingestuft worden sind.

Joe Hembus nennt den Film einen „guten Western, der eine hohe Meinung von seinen eigenen Qualitäten hat.“ Die oft zitierten formalen Besonderheiten des in Echtzeit erzählten Films wie die wiederkehrenden Schnitte auf die Eisenbahnschienen und auf die Uhr erwiesen sich als „aufdringliche Banalitäten“.[13]

Der film-dienst dagegen zeigte sich weitaus begeisterter:

„Zinnemanns ‚psychologischer‘ Western bereicherte das Genre nicht nur um neue dramaturgische Raffinessen (die Einheit von Ort und Zeit ist virtuos zur Spannungssteigerung genutzt) und um den damals noch ungewohnten Typus des ‚gebrochenen‘ Helden, der an seinem Auftrag zweifelt, sondern verschärfte auch die moralischen Aspekte der Fabel. Über seinen filmhistorischen Wert hinaus stellt der populärste und meistausgezeichnete Film der 1950er Jahre eine bittere Abrechnung mit der McCarthy-Ära dar. Der Drehbuchautor Carl Foreman war 1951 auf die ‚Schwarze Liste‘ des Kommunistenjägers geraten und hat in dem Stoff eigene Erfahrungen verarbeitet.“

Lexikon des Internationalen Films

Direkt nach der Premiere urteilte die New York Times:

„Ungefähr alle fünf Jahre kommt jemand – jemand mit Talent und Geschmack sowie vollem Verständnis für die Legende und viel Poesie in seiner Seele – der eine Handvoll Klischees aus der reichgefüllten Sagenwelt des Westerns nimmt und sie zu einem packenden, inspirierenden Kunstwerk innerhalb dieses Genres verwandelt. Solch eine seltene und aufregende Leistung stellt Stanley Kramers Produktion ‚High Noon‘ dar. […] ‚High Noon‘ ist ein Western, der ‚Stagecoach‘ im Wettbewerb um die Meisterschaft aller Zeiten herausfordert.“ ““

Bosley Crowther, New York Times[14]

F.M. Helmke betont die formale und inhaltliche Eigenständigkeit des Films:

„[E]in Film, der die Maßstäbe setzte für jeden Plot, in dem die voranschreitende Zeit der größte Feind des Protagonisten ist, der das klassische Western-Duell zu seiner Essenz hochstilisierte, und der sich gleichzeitig deutlich und überzeugt von den Normen seines Genres entfernte.“

F.M. Helmke, Filmzentrale

Und Ulrich Behrens ergänzt:

„‚High Noon‘ ist in jeder Hinsicht ein Ausnahme-Western. Wir sehen keine blühenden Landschaften eines glorifizierten Westens und glorifizierenden Westerns, keine furchtlosen Helden ohne Schwächen, keine lustigen Nester, keine ‚typisch‘ amerikanische Nach-Siedler-Generationen, die sich in Furchtlosigkeit vor den Gefahren zusammenschweißt und ihre Führer (längst) auserwählt (hat). […] Düsterer kann man einen Western kaum drehen. Düsterer kann man aber vor allem kaum eine Atmosphäre einfangen, in der sich unter der brüchigen Oberfläche von vermeintlicher Ehre und Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Gemeinschaft, Mut und Entschlossenheit etwas ganz anderes offenbart: Feigheit, Egoismus und letztlich auch Verrat.“

Ulrich Behrens, Filmzentrale

# Darsteller: Gary Cooper, Grace Kelly, Thomas Mitchell
# Regisseur(e): Fred Zinnemann
# Komponist: Dimitri Tiomkin
# Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
# Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0)
# Untertitel: Deutsch
# Region: Region 2
# Bildseitenformat: 4:3
# FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
# Studio: Kinowelt Home Entertainment/DVD
# Erscheinungstermin: 1. November 1999
# Produktionsjahr: 1952
# Spieldauer: 80 Minuten

12 uhr mitags

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