Memento

Hinweis: Aufgrund der Vermischung von chronologisch rückwärts und vorwärts zusammenhängenden (linearen) Szenen weicht die Kette von Ereignissen im Film von der hier dargestellten ab. Die Unterschiede sind gekennzeichnet.

Der Film beginnt mit einer rückwärts ablaufenden Farbszene, in der man sieht, wie Leonard Teddy erschießt und dann ein Foto von der Leiche macht. Als Leonard das komplett entwickelte Polaroid in der Hand schüttelt, löst es sich langsam zu einem leeren Fotopapier auf, da diese spezielle Szene rückwärts abläuft.

Der Film springt dann zum chronologischen Beginn der Geschichte – eine Schwarzweiß-Szene, in der Leonard in einem Motel aufwacht und ein Telefongespräch mit einem unbekannten Anrufer führt. Leonard erzählt dem Anrufer die Geschichte von Sammy Jankis. Sammy litt an anterograder Amnesie, wodurch er keine neuen Erinnerungen mehr speichern konnte. Zu dieser Zeit war Leonard Ermittler für Versicherungsbetrug, dessen Aufgabe es war herauszufinden, ob Sammys Zustand einer physischen Verletzung entsprang und somit von seiner Versicherung abgedeckt war. Nach mehreren Tests folgerte Leonard, dass Sammys Zustand psychologischer Art war; sein Versicherungsanspruch wurde daraufhin abgewiesen. Sammys Frau, Diabetikerin und überzeugt davon, dass Sammy durch einen ausreichend starken Anlass aus seinem Zustand „herausgeschockt“ werden könnte, brachte ihn dazu, ihr mehrfach eine Insulinspritze zu geben. Sie starb, nachdem er ihr unwissentlich eine tödliche Überdosis verabreicht hatte, und Sammy wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Wenn man allerdings die Szene mit Sammy in der Klinik genau ansieht, so sieht man, dass eine Person an ihm vorbei geht. Anstatt Sammy sieht man kurz Leonard im Stuhl sitzen, dann endet die Szene.

Leonard erzählt dem Anrufer auch, wie seine Frau starb. Eines Nachts brachen zwei Männer in sein Haus ein und vergewaltigten und ermordeten seine Frau. Leonard erschoss einen Eindringling, wurde dann aber von dem zweiten Mann hinterrücks niedergeschlagen. Durch seine Kopfverletzung bekam er anterograde Amnesie – seine letzte Erinnerung ist der Anblick seiner sterbenden Frau auf dem Badezimmerboden. Leonard ist entschlossen, den zweiten Einbrecher zu finden und den Tod seiner Frau zu rächen. Er entwickelt ein System aus Polaroids, Notizen an sich selbst und Tätowierungen von wichtigen Fakten, um sein fehlendes Kurzzeitgedächtnis auszugleichen. Einer der wenigen Hinweise auf die Identität des zweiten Einbrechers ist eine Tätowierung mit dem Namen „John G.“. Der mysteriöse Anrufer erzählt Leonard, dass der Mörder, ein Drogendealer, sich in einem verlassenen Gebäude aufhält. Leonard fährt zu dem alten Gebäude und tötet einen Mann namens Jimmy Grants. An dieser Stelle des Films wird die Schwarzweiß-Szene zur letzten (aber chronologisch ersten) Farbszene.

Einige Minuten später kommt Teddy an und Leonard findet heraus, dass er benutzt wurde. Jimmy Grants war lediglich ein lokaler Drogendealer und hatte nichts mit dem Mord an Leonards Frau zu tun. Im eigentlichen Höhepunkt des Films wird Leonard von Teddy eröffnet, dass seine Frau den Angriff überlebte und erst später an einer Überdosis Insulin – verabreicht durch Leonard – starb. Laut Teddy war Sammy Jankis ein unverheirateter Betrüger. Leonard beharrt darauf, dass Teddy lügt, ist sich aber unsicher. Teddy behauptet, ein Polizeibeamter zu sein, der Leonard aus Mitleid half, den wahren John G. zu finden und zu töten – bereits mehr als ein Jahr zuvor. Doch Leonard vergaß, dass er seine Rache hatte, und begann erneut damit, nach John G. zu suchen. Teddy gibt auch zu, Leonard dahingehend manipuliert zu haben, Jimmy für die 200.000 $ zu töten, die dieser in seinem Auto hat, von denen Leonard die Hälfte abbekommen soll.

Bevor Leonard Teddys Enthüllungen vergessen kann, richtet er sich darauf ein, Teddy zu töten. Er notiert dessen Nummernschild und schreibt eine Notiz, sich diese Information tätowieren zu lassen. Leonard nimmt Jimmys Kleidung und Auto, lässt Teddy zurück und fährt zu einem Tattooshop (die letzte Szene des Films). Dort findet Leonard eine Notiz von Jimmys Freundin, Natalie, in seiner Tasche. Da er bereits vergessen hat, dass er die Kleidung von Jimmy Grants trägt, denkt er, die Notiz sei für ihn bestimmt. Er fährt zu der Bar, in der sie arbeitet, trifft sich mit ihr und erzählt ihr von seinem Zustand. Natalie bietet ihm ihre Hilfe an, betrügt ihn aber später und führt ihn dazu, einen Mann namens Dodd zu bedrohen, der Natalie wegen des Geldes von Jimmys Drogengeschäften belästigt hat. Nach einigen Schwierigkeiten zwingt Leonard Dodd dazu, die Stadt zu verlassen.

Als Natalie erfährt, dass Dodd fort ist, lässt sie für Leonard das Nummernschild von seiner Tätowierung prüfen. Sie gibt ihm eine Führerscheinkopie des Wagenbesitzers, und Leonard vergleicht die Kopie mit seinem Foto von Teddy, dessen wahrer Name John Edward Gammell ist – „John G.“. Leonard schließt daraus, dass Teddy der Vergewaltiger und Mörder seiner Frau ist. Er bringt Teddy zu dem verlassenen Gebäude, in dem er Jimmy Grants vor einigen Tagen ermordet hat, und (wie in der ersten Szene gezeigt) erschießt ihn. Leonard macht ein Foto der Leiche.

Der Film verfolgt zwei Erzählstränge: Zum einen wird die eigentliche Geschichte des Films erzählt. Damit der Zuschauer wie der Protagonist Leonard Shelby das Gefühl, sich nicht zu erinnern, selbst erfahren kann, laufen die farbigen Szenen chronologisch rückwärts ab. Man befindet sich damit permanent in einer Handlung, ohne deren Vorgeschichte zu kennen, wodurch es erschwert wird, das Gesehene zu ordnen und in Bezug zu setzen. Zum anderen werden Geschehnisse unmittelbar vor dieser Handlung gezeigt. Die dazugehörigen Szenen sind schwarz-weiß, laufen chronologisch vorwärts und über den ganzen Film verteilt.

In der nebenstehende Skizze kennzeichnen die Pfeile die abwechselne Anordnung der farbigen und schwarz-weißen Spielszenen im Film, während sich die zugrundelegende Handlung chronlogisch von links nach rechts entwickelt.


Wikipedia

Ich hätte nie gedacht, dass ein Film, der am Ende beginnt, so spannend sein kann. Vom Aufbau erinnerte er sehr stark an das Spiel Overclocked, welches ebenfalls rückwärts abläuft und von Gedächnisverlust handelt.
Was den Film so fazinierend macht ist die Frage, wie Wirklichkeit konstruiert wird. Dadurch, dass die Hauptperson sich nicht erinnern kann, hält er die Richtigen für seine Feinde und die Feinde für Freunde. Sicherlich ist das ein Extrembeispiel, führt aber vor Augen, dass man die eigene Wirklichkeit immer wieder hinterfragen sollte.

Fazit:

Einer der besten Filme der letzten Zeit.

Für all die, die nach dem Film die verschiedenen Szenen immer noch nicht sortiert bekommen haben oder den Film noch besser verstehen wollen, will ich auf das versteckte Easteregg verweisen, das lässt die Szenen in chronologischer Reihenfolge ablaufen. Hierzu steuert man im Hauptmenü mit den Pfeil-Tasten auf Filmstarten und drückt dann zweimal nach rechts, jetzt sollte das Wort MEMENTO hervorgehoben sein, das man nur noch bestätigt (!!! Das Feature ist nur bei der Doppel- DVD zu finden !!!)


Kritik bei Lovefilm
, ich habe den Film allerdings im Orginal gesehen und vermute, dass er so auch mehr Spaß macht.

  • Darsteller: Carrie-Anne Moss, Guy Pearce
  • Regisseur(e): Christopher Nolan
  • Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (DTS 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 2.35:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Columbia Tristar Home Video
  • Erscheinungstermin: 9. Juli 2002
  • Produktionsjahr: 2000
  • Spieldauer: 109 Minuten

memento

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2 Gedanken zu “Memento

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