Ein weiter Ritt – Director`s Cut

Harry Collings will sein unstetes Cowboyleben aufgeben und zu seiner Frau zurückkehren. Nur langsam nähern sie sich einander an. Als Collins einem Freund beistehen muss, verlässt er seine Familie zum zweiten Mal. – Peter Fondas Regiedebüt zeigt den Westernhelden als zwiespältige Figur. Erstausstrahlung des Director’s Cut zum Start der Reihe „Die letzten Desperados“.

Nachdem Harry Collings mit seinem Partner Arch sieben Jahre lang durch die Weiten des amerikanischen Westens gezogen ist, entschließt er sich, zu seiner Ehefrau Hannah zurückzukehren, die er damals allein mit ihrem gemeinsamen Kind verlassen hatte. Hannah ist nicht begeistert von Harrys Rückkehr, stellt aber ihn und Arch auf ihrer kleinen Farm als Arbeiter ein. Doch bald ist die gegenseitige Anziehungskraft zwischen Hannah und Harry wieder da; die Beiden wollen es ein zweites Mal miteinander versuchen. Arch will das Familienglück nicht stören und zieht allein weiter. Doch dann wird er von einem Mann, den er einst verwundet hatte, gefangen genommen und gefoltert. So muss Collings zum zweiten Mal Frau und Kind verlassen.

Motorradrebell in die Filmgeschichte einging, gab Peter Fonda 1971 sein Regiedebüt. „Der weite Ritt“ ist ein Gegenstück zum wilden Kultfilm der damaligen Protestbewegung, ein melancholischer Western, in dem Fonda den müden Cowboy spielt, der endlich ein Zuhause will. Wie andere Filme des „New Hollywood“ durchbricht der Film die Konventionen des Genre-Kinos. Statt Action bietet Fonda über weite Strecken den ruhigen Erzählduktus eines Kammerspiels. Sein Abgesang auf den Western und den Westen ist ein historisches Porträt, aber auch eine aktuelle kritische Reflexion über den Verlust moralischer Werte im Vietnam-Krieg. Die atmosphärischen Bilder gestaltete Kamerameister Vilmos Zsigmond. „Die Technik – die lyrischen Überblendungen und Doppelbelichtungen, das Bemühen, Bilder zu bewahren, der Versuch, Licht in Materie und Symbole zu verwandeln – das alles gehört zu einer weniger jenseitigen als diesseitigen Mystik. ‚Der weite Ritt‘ weiß, dass das Paradies verteidigungsfähig und gegenwärtig ist, aber er weiß auch, dass dort niemand lange bleiben kann, deshalb passt er so gut zum sanften Fatalismus des Western.“ (Roger Greenspun, The New York Times, 12.08.1971)

3SAT

Ein wunderschöner Film, der durch wunderschöne, ruhige, ja fast poetische Bilder besticht. Normalerweise mag ich keine Western – viel Knallerei, kein Tiefgang. *Ein weiter Ritt* dagegen hat keine Saloon-Schlägerein, keine obligatorischen Nutten und die weibliche Hauptfigur sieht auch durchschnittlich – realistisch aus.

„The hired hand“ ist eine überzeugende Parabel. Unrecht wird niemals ungeschehen. Wer Gewalt anwendet wird von ihr eingeholt und solange man den Kreis der Gewalt nicht aktiv durchbricht dreht er sich weiter.

Er berichtet von Männern, die schuldlos in Gewalt verwickelt werden, diese Gewalt rächen nur um anschliessend selbst wieder für ihre Rache büssen zu müssen. Dabei nehmen die Gewaltszenen im Film einen sehr kleinen Raum ein. Und wo geschossen wird da bleiben verkrüppelte und tote Menschen zurück. Und dies nicht nach Hunderten von Schüssen wie etwa in „Open Range“, sondern schon nach einem Dutzend.

Amazon-Kritik

In „Der weite Ritt“ ist der Böse übrigens kein Pistolero mit wehendem Mantel und blitzenden Colts, sondern offenbart sich als innerlich wie äußerlich verkrüppelter Niemand ohne Moral und Anstand.

Evolver

Was mir an dem Film sehr gefiel war, dass er versucht, dass Leben realistisch darzustellen, auch Entführungen damals vermutlich nicht zum Alltag gehörten. Aber die wundervollen Bilder zusammen mit einer tiefgängigen Geschichte haben mich davon überzeugt, dass nicht alle Western schlecht sind.

Critic.de

Amazon

IMDB

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