Australia

Wirklich gesehen haben muß man diesen Viehtrieb- / Kriegsfilm wirklich nicht. Er war gegen Mitte / Ende nicht schlecht, aber die ganzen guten Kritiken hat er nicht verdient.

Los geht es mit einer überkandidelten, englischen Hochadeligen (Nicole Kidman). Nerviger als eine Screwball-Kömodie, nur ohne ihren Witz – offensichtlich wollten die Filmemacher die Wandlung der Figur mit dem Holzhammer rausstellen. Die kommt das ins Australien (1939), wo alle Leute als dreckig und ungehobelt dargestellt werden. Das die beiden Protagonisten sich erst einmal unsympathisch sind, ist wohl kaum erwähnenswert. Und dann gibt es noch die edlen Ureinwohner bzw. ein Mischling – noch krasser kann positiver Rassismus kaum sein. Auf jeden Fall kommen sich die beiden auf einem Viehtrieb für die Armee näher, der Mischling hat so Gaben, dass er mal eben mit magischen Gesängen eine panische Rinderherde aufhält – alles klar. Dann wird er ihnen weggenommen, und natürlich bombadieren die Japaner genau die Insel, auf der sich die Kinder befinden. Bei der Rettung opfert sich dann wieder ein Ureinwohner und die ehemalige Schnepfe umarmt auf einmal die größten Schmutzfinken.

Der Film war unglaublich schnulzig (was ich mochte, und meine Mutter verzweifelt auf die Uhr sehen ließ, wann wohl endlich der Film zu Ende wäre). Was ich nicht mochte war dieses ständige *Ich singe dich herbei* (bei australischen Ureinwohnern als Übermenschen scheint sowas zu funktinieren 😛 ) und das Kidman nach wochenlangen Viehtrieb immer noch aussah, wie aus dem Ei gepellt. Mein Haare liegen am Abend schlechter, als bei ihr nach einer halben Australien-Durchquerung auf dem Pferd. Auch das – wie oben erwähnt – eine Stampede von einem Jungen mit Hilfe von Gesängen aufgehalten wird, ist mehr als märchenhaft.

Auch die viel beschworene Ausstralien-Sehnsucht vieler Kritiker wollte sich bei mir nicht einstellen, im Gegenteil, ich war froh in dem öden Land nicht wohnen zu müssen.

Telepolis: Der Bombast-Romantiker und das große australische Epos

Filmstarts

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