Little Children

p class=“MsoNormal“>Der Filmabend versprach eine Katastrophe zu werden:

Ursprünglich sollte es *Flags of our fathers* werden. DvD ausgepackt – das Cover war richtig, drin war aber irgendein unbekannter Fischanimationsfilm, wobei auch *Findet Nemo* mich nicht wirklich erfreut hätte. Also ein wenig Suspense gefällig? *Nummer 23* mit Jim Carrey schien das Richtige. Leider konnte man zwar die deutsche Tonspur anklicken, allerdings nicht hören. Normalerweise bin ich kein Fan von amerikanischen Filmen mit deutschen Hörspielen, aber wenn ich müde bin, ziehe ich sie vor.

 

Blieb Film Nr.3: *Little Children* mit Kate Winslet, ein Film der mich wirklich in seinen Bann zog.

 

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt:

Sarah lebt in einer für sie unbefriedigenden Ehe mit einem Werbemanager. Als sie ihn eines Tages dabei erwischt, wie er vor dem Computer onaniert (pikanterweise noch mit Schlüpfer über den Kopf) beginnt sie eine Affäre mit Brad, den sie zuvor auf dem Kinderspielplatz kennen lernte. Dieser ist Hausmann und (nach Meinung seiner Frau) angehender Rechtswalt. Zu Zeit zieht ein Pädophiler in die Stadt, was in dem Ort einige Aufregung verursacht. Die Lebensläufe all dieser Menschen sind miteinander verwoben.

Die Szene, die mich am meisten berührt hat, war im Literaturzirkel, als Madame Boverary besprochen wurde und Sarah ihre Erlebnisse mit denen im Buch vergleicht (wenn natürlich auch nur in Gedanken).

Tatsächlich könnte man meinen, in dem Film sei die Romanfigur zu neuen Leben erwacht: Die Hoffnunglosigkeit der Ehe und ihr Zerbrechen am Alltagstrott. Selbst die Charakterzüge des sonst nebensächlichen Ehemanns ähnlten Charles Bovary.

 

Alles, was Charles sagte, war flach wie ein Straßentrottoir, und Gemeinplätze und Binsenweisheiten zogen vorbei, ohne zum Aufbegehren, zum Lachen oder zum nachdenken zu reizen. – Genau so wird Sarahs Ehemann beim Besuch der beiden anderen Ehepartner potraitiert.

 

Das ist nur ein Aspekt dieses wunderbar vielschichtigen Films. Da wäre Brads Freund, ein ehemaliger Polistist, der sich einen tödlichen Fehler nie verzeihen konnte und seinen Selbsthass in der Kampange gegen den Pädophilen auslebt. Oder das Verhältnis seines Opfers zu seiner Mutter und seiner Obsession.

Weitere Informationen:

http://www.filmstarts.de/produkt/48440,Little%20Children.html

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