Archiv für Juli 2009
Election
Election kennzeichnet den Kontrast der mehr als 1000jährige Geschichte chinesischer Geheimgesellschaften mit dem angefangenen 21. Jahrhundert; der Bruch der alten Traditionen und Regeln wird zugunsten kurzweiliger Machtgewinnung ohne grosses Zögern hingenommen. Die rasante Veränderung der Umstände, wo eigentlich fest bestehende Verbindungen von einer Sekunde zur anderen aufgegeben und ins konträre Gegenteil gesetzt werden, umfasst hier vor allem die separaten Personenkonstellationen. Charakteristisch ist dabei die Trennung und Distanzierung von Einzelpersonen innerhalb auch der gleichen Gesamtgesellschaft; nur die beiden ganz oben gesetzten Gegenpole Lok und Big D verfolgen von Anfang an bis zuletzt ihr primäres Ziel und sind auch recht klar definiert.
Big D ist der Böse, leicht comichaft aggressiv auch. Bringt alle gegen sich auf und kommt auch nur mit unlauteren Taten weiter. Lok ist der Ruhige, der seinen kleinen Sohn aufzieht und die Anspannungen aus der Triade hinauszulösen versucht; dem präfixierten Schriftzeichen „Wo“ (Frieden) vor demTriadennamen entsprechend.Das Motiv selber scheint angesichts der aufgeworfenen Streitigkeiten und des folgenden Aufwandes relativ banal zu sein; geht es doch nur um eine Amtsperiode von gerade mal zwei Jahren und steht finanzieller Gewinn noch gar nicht mal im Vordergrund. Lok bietet seinem Kontrahenten sogar eine 50/50 Gewinnbeteiligung an und geht eindeutig auf diesen zu; der will aber nicht teilen, sondern alleinig die hierarchische Struktur anführen.
Dafür nutzt er auch jedes Mittel; von anfänglicher Bestechung und Drohung bis hin zu offen ausgeführten Gewaltmassnahmen sind ihm alle Möglichkeiten recht, seinem Ziel näher zu kommen. Die demokratische Wahl der altehrwürdigen Oberhäupter interessiert ihn dabei ebenso wenig wie die später abgehaltene rituelle Initiationszeremonie, deren Schwur in der urbanisierten, kommerziell – kapitalisierten Welt dann nicht lange anhält.Sowieso ist hier vieles ein Gestus; das Erzählte [ Loyalität und Ehrenkodex immer nur dann angebracht, wenn es demjenigen auch zum Nutzen reicht ] als auch das Erzählende [ viele imaginäre Plotknoten ].
Symptomatisch dafür wird dem Geschehen ein McGuffin geschaffen, der zum Mittelpunkt des Filmes wird und den speziellen gesellschaftlichen Kontext in all seinen Feinheiten, aber auch Simplizitäten aufzeigt: Zur Wahl und Führerschaft gehört ein Baton, eine Art geschnitzter Stab mit verschiedenen Einkerbungen, hinter dem jetzt beide Parteien her sind und was auch erstmal die höchste Priorität hat. Zuerst wird Big Head [ Lam Suet ] dazu nach China geschickt. In einer umgekehrte Exportierung – die Triaden hatten sich ursprünglich auf dem Festland und dann erst über die Migration nach HK entwickelt – folgen ihm Kun [ Gordon Lam ], Jimmy [ Louis Koo ] und Jet [ Nick Cheung ]. Jeder für sich alleine und gegen die anderen arbeitend; aber für den gleichen Auftraggeber.Die jeweiligen Ansinnen für die zwischenzeitliche Konkurrenz der eigentliche Mitstreiter sind dabei unklar; deren spezifische Rolle und Identität wird nur sehr zögerlich zugewiesen und gehört zu den künstlichen Geheimnissen des Drehbuchs. Grossflächig strikt in Zweiteilung strukturiert und unter der Oberfläche gewisse verborgene Tatsachen und Bedeutungen aufweisend. Die Wechselbeziehungen von beiden kann das Autorenpaar Yau Nai Hoi und Yip Tin Shing [ Running on Karma, Throwdown ] aber nicht wirklich aufzeigen, da durch das lose aufgestellte Handlungskartell zahlreicher autonomer Gemeinschaften keine gesamte Stabilität vorhanden ist und ganze Handlungsabschnitte im Nachhinein auch als unlogisch erscheinen.
So zeichnet den Mitteil des Filmes dann auch eine leicht absurde und letztlich sinnlose Variante des Staffellaufes aus, in der der Baton in einem unfreiwilligen Katz- und Mausspiel von einem zum anderen weitergereicht wird. Um letztlich dort anzukommen, wo er von Anfang an hin sollte und was auch jeder von ihnen einzeln vorhatte.Der Strang hebt sich also rückwirkend selber auf; das Gemauschel ist zwar bis dahin koscher und auch unterhaltsam gefilmt, aber materiell durch die schwache Konsistenz natürlich nur für den Moment. Ein erforderliches Maß an Tiefgründigkeit und Brisanz wird nicht erreicht; eher wirkt das Geschehen dann auch leicht kurios und gar nicht mehr so richtig ernstzunehmend. Was auch durch die Besetzung mit Koo als akademischer Sonnyboy und Cheung als Einzelkämpfer auf Befehl verstärkt wird.
Durch die vermehrte Aufmerksamkeit auf die kleineren Handlanger verliert man in der Zwischenzeit auch die Grossen aus dem Blickwinkel und degradiert sie für eine Weile zum Spielball der anfangs erstaunlich forschen Polizei: Superintendent Hui [ David Chiang ] sperrt die streitenden Parteien zur Ernüchterung in Gefängniszellen und setzt den ehemaligen Chairman Teng [ Wong Tin Lam ] als Verhandlungsführer und Schlichter dazu.Regisseur To erreicht dabei trotz einiger schillernder Figuren keine innere, personelle Anspannung und verlegt sich aufs handwerkliche Inszenieren und der Kraft des Äusserlichen, was er dann natürlich beherrscht. Es fehlen nur die ganz speziellen Momente, wofür durch die Brüche in der Narration auch keine passende Form geschaffen wurde; aber das Geschehen schreitet schnurstracks vorwärts und kann bis zu den inhaltlichen enttäuschenden Auflösungen zumindest von den Bildern her überzeugen.
Die eingesetzten Gewaltszenen sind in ihrer Darstellung immer etwas obskur – Jimmy tritt einen Mann buchstäblich in die Mülltonne – und wirken dadurch weder verherrlichend noch abschreckend, aber bringen auf ihre eigene Art Würze der Skurrilität hinein.Ansonsten bleibt es nämlich Standard, zwar gehobener, aber keineswegs überragender. To kann dann doch weitaus mehr.
Ich mag Hong-Kong-Filme und dieser ist durchaus einer der besseren.
Es werden Intrigen gesponnen, Bündnisse und Geheimabkommen geschlossen und teilweise sehr brutal gegen die ehemaligen Freunde, beziehungsweise Geschäftspartner, vorgegangen, ohne die Gewalt zum Schauwert oder Selbstzweck zu degradieren (in der Darstellung von Gewalt war das asiatische Kino noch nie zimperlich).
Das gelingt ist ist richtig gut und ist zudem gut fotographiert. Ich freue mich schon auf Election 2, auch wenn mich der Mord an der Ehefrau ein wenig verwirrt zurücklässt.
- Darsteller: Nick Cheung, Louis Koo, Andy On
- Regisseur(e): Johnny To
- Komponist: Lo Rayu
- Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Kantonesisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 16:9
- Anzahl Disks: 1
- FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
- Studio: Rough Trade Distribution GmbH
- Erscheinungstermin: 5. Juli 2007
- Produktionsjahr: 2005
- Spieldauer: 97 Minuten

Acht Blickwinkel
Im spanischen Salamanca ratifizieren 150 Staaten auf Initiative der USA ein Abkommen zur Terrorbekämpfung. Doch bei einer öffentlichen Kundgebung mit Volksfest-Charakter passiert das Unfassbare. Der amerikanische Präsident Ashton (William Hurt) wird von zwei Schüssen niedergestreckt und die Stadt kurze Zeit später von zwei Explosionen erschüttert. Die erste Bombe detoniert abseits des Politgipfels und scheint das eigentliche Ziel verfehlt zu haben, doch die zweite zerfetzt die Tribüne, auf dem sich eben noch die Staatsmänner aus aller Welt die Klinke in die Hand gaben. Panisch fliegen die Überlebenden des Anschlags vom Ort des Geschehens. Und in mitten des vorherrschenden Chaos versuchen die beiden Secret-Service-Agenten Thomas Barnes (Dennis Quaid) und Kent Taylor (Matthew Fox) die Attentäter ausfindig zu machen.
Der Film hätte richtig gut sein können, was leider in der ganzen Action untergeht. Ich habe wirklich gut aufgepasst, aber mir ist immer noch nicht klar, wie der ganze Anschlag abgelaufen ist, welche Funktion der Personenschützer des Bürgermeisters hatte ect., es gab einfach zuviele Personen, welche ich in der Geschwindigkeit nicht unterbringen konnte. Schade – ich mag Bücher / Filme, welche aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt werden.
Fazit:
Leider verschenktes Potential.
- Darsteller: Dennis Quaid, Matthew Fox, Forest Whitaker
- Regisseur(e): Pete Travis
- Komponist: Atli Örvarsson
- Format: Dolby, PAL, Surround Sound
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 16:9
- FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
- Studio: Sony Pictures Home Entertainment
- Erscheinungstermin: 21. August 2008
- Produktionsjahr: 2007
- Spieldauer: 86 Minuten

Dressed to kill
Weitere Sherlock-Holmes – Filme
Jede Sekunde zählt – The Guardian
Aus der Amazon.de-Redaktion
The Guardian liefert angenehme Unterhaltung durch eine Mischung aus altbekannten Hollywood-Regeln und guter, altmodischer Starpower. Dieses zwar vorhersehbare, aber gut gemachte Drama ehrt die Männer und Frauen, die für die amerikanische Küstenwache als Rettungsschwimmer arbeiten und ist ein Vorzeigeobjekt für Kevin Costner und Ashton Kutcher, die ihre formelhaften Rollen mit Tiefe und Dimension versehen. Eigentlich ist das wie Top Gun für die Küstenwache: Costner spielt einen legendären Retter, der von einer vergangenen Tragödie und dem bevorstehenden Zusammenbruch seiner Ehe heimgesucht wird, und Kutcher ist der motivierte Neuling, dessen Draufgängertum auf die Probe gestellt wird, als Costner einen achtzehnmonatigen, knallharten Grundlagenkurs übernimmt, bei dem eine fünfzigprozentige Durchfallquote dafür sorgt, dass nur die Besten durchkommen. In Ron L. Brinkerhoffs Drehbuch gibt es nicht viel Einfallsreiches, aber es ist intelligent geschrieben und gut inszeniert (vom Regisseur von Auf der Flucht, Andrew Davis), und es zeigt, wie der in die Jahre gekommene Veteran und der schwierige, aber talentierte Auszubildende gegenseitigen Respekt aufbauen, während sie mit den Traumata von Unfällen fertig werden, welche sie als einzige Überlebende zurückließen – gequält von Selbstzweifeln und Schuld. The Guardian ist mit 137 Minuten vielleicht ein wenig lang geraten, wirkt aber nie langweilig aufgrund der Unterstützung durch gute Nebendarsteller wie Neal McDonough, John Heard, Sela Ward und Clancy Brown, und eine romantische Nebenhandlung (in der Kutcher um eine Lehrerin wirbt, die von Melissa Sagemiller gespielt wird) verbindet sich gut mit spannenden Seerettungssequenzen, in denen Computereffekte mit Aufnahmen verbunden werden, welche in einem 3.000.000-Liter-Wassertank gedreht wurden. Musikfans werden den tollen Auftritt der bekannten Sängerin Bonnie Bramlett begrüßen, die die Besitzerin eines Jazz- und Bluesclubs in der Nähe des Trainingslagers spielt, wo “The Guardian” ein weiteres Merkmal dieses Genres präsentiert: die Kneipenschlägerei. Obwohl der Hurrikan Katrina verhinderte, dass The Guardian 2005 in New Orleans gedreht werden konnte, verdeutlichen Originalaufnahmen während der Endtitel, dass die Küstenwache während der Aufräumarbeiten nach Katrina unerlässlich war, und dieses spannende Drama erweist jenen Menschen die längst überfällige Ehre, die ihr Leben aufs Spiel setzen, damit – gemäß dem Motto der Küstenwache – „andere überleben“.
Typisch amerikanischer Heldenepos a`la Top Gun – damit ist der Film hinreichend beschrieben. Es war zwar sehr unterhaltsam zu sehen und die Bilder müssen im Kino großartig gewirkt haben, aber wirklich muß man die Schüler-wächst – über – den – Lehrer – hinaus – Film nicht unbedingt; dieser muß natürlich ein gebrochener Held sein.
Fazit:
Tolle Bilder und sehr gute Unterhaltung, aber mehr nicht.
- Darsteller: Kevin Costner, Ashton Kutcher, Melissa Sagemiller
- Regisseur(e): Andrew Davis
- Komponist: Trevor Rabin
- Format: Dolby, PAL, Surround Sound
- Sprache: Französisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Ungarisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1), Tschechisch (Dolby Digital 2.0), Türkisch (Dolby Digital 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch, Portugiesisch, Niederländisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch, Arabisch, Kroatisch, Französisch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 16:9
- FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
- Studio: Touchstone
- Erscheinungstermin: 1. März 2007
- Produktionsjahr: 2006
- Spieldauer: 132 Minuten

Zodiac
Im Dezember 1968 wird Mary Boucher wie auch ihr Freund Michael Newman im kalifornischen Vallejo erschossen. Auf den Fall wird der junge Inspektor Matt Parrish angesetzt, der trotz aller Bemühungen keinen Verdächtigen liefern kann.
Als im Juni 1969 der nächste Mord an der jungen Gina Chambers geschieht, setzt Matt alles daran, den Mörder zur Strecke zu bringen, selbst wenn das Familienleben durch seinen Übereifer darunter leidet. Matts zwölfjähriger Sohn Johnny versucht auf seine Weise den Täter zu fangen und widmet sich, wie sein Vater, mit Detailliebe dem Verbrechen. Der Junge sammelt Zeitungsberichte und versucht sich in die Psyche des Täters hinein zu denken.
Der Mörder, der sich bald darauf Zodiac-Killer nennt, schickt Bekennerbriefe an Zeitungen und droht mit weiteren Morden im Großraum um Vallejo. Auch schickt er einen seltsamen Code mit den Briefen, hinter dessen Entschlüsselung die Identität des Verbrechers steht. Doch der Code entpuppt sich als Falle.
Wikipedia zum Film
Der Film war einfach genial, auch wenn man weiß, dass die Killer zumindest im Film nicht gefangen wird und ein weiterer Beweis, dass ein Film nicht blutig sein muß, um einen zu fesseln. Bei mir wirkt er durchaus nach – wer war es nun wirklich? In der Kellerszene mit dem Organisten hatte ich Angst, oder war es vielleicht doch Lee? Ich habe während des Film auf eine gewisse Weise den Karikaturisten des San Francisco Chronicle und späteren Buchautors (Rezi ) beneidet, wie muß es wohl sein eine Aufgabe zu haben, für die man wirklich lebt? Sicherlich ist es unheimlich einen Serienmörder zu jagen, aber es ist eine Sache, der man sich widmen kann.
Fazit:
Spannend und tiefgründig – absolut top. Der Film ist perfekt.
„Ich bin der Mörder des Taxifahrers drüben an der Ecke Washington Street und Maple Street gestern Abend, zum Beweis ist hier ein blutgetränktes Stück seines Hemdes. Ich bin derselbe Mann, der die Leute nördlich der Bucht fertiggemacht hat.“ (Brief vom 13. Oktober 1969 und der Fetzen von Stines Hemd)
„ICH BRINGE GERNE LEUTE UM WEIL DAS ECHT SPASS BRINGT ES BRINGT MEHR SPASS ALS DAS WILD IM WALD ZU TÖTEN WEIL DER MENSCH DAS GEFÄHRLICHSTA WILD VON ALLEN IST DAS IST DAS TOLLSTE ERLEBNIS SOGAR NOCH SCHÖNER ALS ES MIT EINEM MÄDCHEN ZU TREIBEN DAS SCHÖNSTE DARAN IST DASE ICH WENN ICH STERBE IM PARADIHS WIEDERGEBOREN WERDE UND DIE ICH ERMORDET HABE WERDEN MEINE SKLAVEN ICH NENNE NICHT MEINEN NAMEN WEIL IHR VERSUCHEN WERDET MEINE SAMMLUNF VON SKLAVEN FÜR DAS JENSEITS ZU VERMINSERN ODER ZU ATOPPEN. EBEORIETEMETHHPITI“ (Der Zodiac war kein Rechtschreibgenie: Übersetzung einer zahlreiche Fehler enthaltenden kodierten Mitteilung des Killers)
„…Ich werde in Zukunft nicht mehr ankündigen, wann ich meine Morde begehe, sie werden wie normale Raubüberfälle aussehen, wie Totschlag im Affekt oder auch wie vorgetäuschte Unfälle usw.…“ (Brief vom 9. November 1969)
Alle Zitate von Filmstarts
Mein Vater, der Zodiac-Killer
Zodiac-Killer (Wikipedia)
Zodiak Killer.com
Metacritic
Filmstarts
- Darsteller: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Anthony Edwards, Robert Downey Jr.
- Regisseur(e): David Fincher
- Komponist: David Shire
- Format: Dolby, PAL, Surround Sound
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 16:9
- FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
- Studio: Warner Home Video – DVD
- Erscheinungstermin: 2. Oktober 2007
- Produktionsjahr: 2007
- Spieldauer: 152 Minuten

Die Tote vom Deich
Psychothriller, Deutschland 2006, Regie: Matti Geschonneck, Buch: Sönke Lars Neuwöhner, Kamera: Martin Langer, Musik: Nick Glowna und Siggi Mueller. Mit: Christiane Paul, Martin Wuttke, Marcus Mittermeier, Stephan Kampwirth, Elisabeth Trissenaar, Devid Striesow, Rudolf Kowalski, Angela Hunkeler, Hans Hohlbein, Jürgen Hentsch, Bjarne Ingmar Mädel.
Kannst mir gerne helfen! Christiane Paul und Marcus Mittermeier Im Wattenmeer bei Husum wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Der vermeintliche Täter wird schnell ermittelt und gefasst. Doch dann mehren sich irritierende Anzeichen, die den Verdacht nähren, dass diese Tote nicht auf das Konto des gefassten Mörders gehen kann. Die Spur führt mitten hinein in das Herz der grauen Stadt am Nordseestrand, in lang gehütete, schreckliche Familiengeheimnisse…Regie-Routinier Matti Geschonneck („Silberhochzeit„, „Mord am Meer„, „Die Nachrichten„) inszenierte hier nach dem Drehbuch von Sönke Lars Neuwöhner („Freunde„) eine gelungene Mischung aus Kriminalfilm und Familiendrama, wobei er besondere Sorgfalt auf die Figurenzeichnung legte. Christiane Paul zeigt zeigt hier als BKA-Zielfahnderin Lona Vogt einmal mehr, dass sie eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen ist, die fast jede Rolle spielen kann. Klasse!
Das ist ein Film, wie ich ihn liebe: Spannend, nicht unnötig brutal und psychologisch tiefgehend. Was mir auffiel, wie schön die deutsche Küste ist (in dem Fall Husum). Die Schauspieler waren wie der Rest des Films sehr gut, es war nicht der letzte Film mit Christane Paul, den ich mir angesehen habe.
Monster-Critics
Chiko
VideoMarkt
Die beiden Freunde Chiko und Tibet leben in einem Problemviertel der Hamburger Vorstadt und machen sich keine Illusionen über ihre Zukunft. So will es Chiko wenigstens als Drogendealer zu etwas bringen und verprügelt einen Gras-Dealer, der für die Kiezgröße Brownie arbeitet, um so dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Prompt stellt ihn der Drogenboss und Musikproduzent an, bestraft aber Tibet im Gegenzug für heimliche Straßendeals. Das wird Folgen haben, für alle Beteiligten.VideoWoche
Ungewöhnlich schonungslos inszeniert ist Özgür Yildrims Spielfilmdebüt, ein hartes und packendes Milieudrama, das nicht von ungefähr an Fatih Akins Erstling „Kurz und schmerzlos“ (und damit auch an die frühen Gangsterfilme von Martin Scorsese) erinnert – Akin half bei der Finanzierung. In einer Nebenrolle brilliert Moritz Bleibtreu als skrupelloser Drogenboss, doch vor allem Denis Moschitto („Kebab Connection“) und Volkan Özcan gehört dieser Film, dessen Härte gefällt und der Klischees geschickt ausweicht.
Der Film ist mir fremd geblieben.
Die Dealer können keinen einzigen normalen Satz formulieren (zumindest keinen ohne mindestens zwei fiese Schimpfwörter und ab und zu klang es, als würden sie rappen), haben wie gestörte ihre Pupillen oben in den Augenlidern (soll wohl cool und abgebrüht wirken) und Frauen werden ständig mißhandelt. Kurzum, ich hätte mir auch einen Film über indianische Ureinwohner im Amazonas ansehen können, das Subjekt wäre mir ähnlich vertraut gewesen. Zudem ist mir nicht ganz klar, ob es besonders schlau ist (wobei alle dumm und gewalttätig sind), sich als Dealer einen Mercedes mit goldenen Felgen bestücken zu lassen: Polizei überprüfe mich. Auch warum es zu der Messerstecherei im Waschraum der Moschee kam, weiß ich immer noch nicht, aber da die Türken alle gleich aussahen konnte ich der Handlung nur sehr mühsam folgen.
Gut war dagegen die Inszenierung, welche wie bei meiner Lieblingsserie KDD sehr realistisch fotographiert wurden und kein bißchen nach Film aussieht.
Fazit:
Nachrichten aus einer mir fremden Welt, die mich auch nicht interessiert.
- Darsteller: Denis Moschitto, Volkan Özcan, Moritz Bleibtreu
- Regisseur(e): Özgür Yildirim
- Komponist: Darko Krezic
- Format: Dolby, PAL
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 16:9
- Anzahl Disks: 2
- FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
- Studio: Ufa/DVD
- Erscheinungstermin: 12. Januar 2009
- Produktionsjahr: 2008
- Spieldauer: 88 Minuten
„Mit viel Feingefühl zeichnet Özgür seine Charaktere, die hin- und hergerissen sind zwischen zwei Welten. Nicht zwischen der deutschen und der türkischen, nein. Die Grenze verläuft zwischen Gut und Böse. Zwischen Hasch verticken und die Mutter zur Dialyse fahren, zwischen Zuschlagen und Heulen, zwischen Statussymbolen und Kleinjungenträumen, zwischen Moschee und Plattenbau, zwischen einer Hure und dem ersten Kuss.“
– Eva Eusterhus: Welt am Sonntag, 3. Februar 2007
„Chiko (ist) ein eigenständiger, auf handwerklich hohem Niveau inszenierter Gangsterfilm mit herausragenden, authentischen Darstellern. Eine mit rigoroser Kompromisslosigkeit ausgestattete Milieustudie mit ausreichend Potential, um bei seiner Zielgruppe zum Kultfilm zu avancieren. Eine Stil-sichere Rise-and-Fall Story, perfektes Genre-Kino.“
„Vielschichtige und atmosphärisch dichte Millieustudie mit brillierender Besetzung.“
– Gordo Simenu: Zelluoid, 4. April 2008
„Der Film ist ein intensives, kraftvolles und authentisches Drama, welches im Migrantenmilieu spielt. Chiko erinnert oft an Fatih Akıns Geniestreich Kurz und schmerzlos aus dem Jahr 1998. Super ist, dass der Film Hamburgflair verströmt ohne sattsam bekannte Reeperbahnbilder.“
– Oliver Noelle: TV-Digital Heft 8 vom 4. April 2008

Die Bourne Identität
Aus der Amazon.de-Redaktion
Frei auf Robert Ludlums Bestseller von 1980 basierend, beginnt Die Bourne Identität rasant und verliert nie an Tempo. Der rätselhafte Plot dreht in Zürich auf, wo der an Amnesie leidende Jason Bourne (Matt Damon), der weder seinen Namen, noch seinen Beruf oder seinen Auftrag kennt, eine mittellose deutsche Touristin (Franka Potente aus Lola rennt) dazu überredet, ihm zu helfen, das rätselhafte Puzzle um seine Identität zu lösen. Nachdem Bournes CIA-Vorgesetzter (Chris Cooper) Killer losschickt, um ihn zu töten und seine fehlgeschlagene Mission zu vertuschen, greift dieser auf seine tödlichen Kenntnisse zurück und hinterlässt auf dem Weg von der Schweiz nach Paris eine Spur von Leichen.Regisseur Doug Liman setzt Ludlums komplexe literarische Vorgabe mit zielsicherem Geschick für Charakterdetails um und verbindet gekonnt die atemberaubende Action mit der sowohl humorvollen als auch erregenden Chemie zwischen Damon und Potente. Bereits 1988 als TV-Film mit Richard Chamberlain verfilmt, profitiert Die Bourne Identität diesmal vom großen Talent zweier aufstrebender Stars und bietet intelligente und massengerechte Unterhaltung von Anfang bis Ende.
Der Film ist einfach nur langweilig und unglaubwürdig – jemand kennt nicht seine Identität, kann aber komplizierte Agententätigkeiten ausführen. Dazu kommt, dass Matt Damon mit seinem Milchgesicht keinerlei Härte ausstrahlt, wie z.B Daniel Craig in Bond.
Mehr als ordentliche Actioneffekte und eine spannende Jagd habe ich nicht erwartet, aber das Ergebnis schlägt einfach alles: Ein Milchbart, dem man den großen Mantel einer gereiften Persönlichkeit überstülpen wollte – und seine Teenie-Braut, an deren Stelle man auch einen Kleiderständer hätte verwenden können. Peinlich, langweilig und so erbärmlich, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit. Wenigstens musste Altmeister Robert Ludlum diese Verhöhnung nicht mehr miterleben.
Der Rezensent hat es erfasst, mehr ist nicht hinzuzufügen. Einzig der Geheimdienst-Koordinator wirkt in dem Machwerk glaubwürdig.
- Darsteller: Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper
- Regisseur(e): Doug Liman
- Komponist: John Powell
- Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 2.35:1
- FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
- Studio: Universal/DVD
- Erscheinungstermin: 1. Mai 2003
- Produktionsjahr: 2002
- Spieldauer: 114 Minuten

Moonwalker
Der Film beginnt mit einer Film-Montage von Konzert-Ausschnitten des Titels „Man in the Mirror“. Im Anschluss sieht man einen Rückblick auf das Leben des Künstlers: Seinen Werdegang als Sänger angefangen von den Jackson Five bis hin zur Bad World Tour, welche im Jahr 1987 begann. Danach folgt mit „Badder“ eine Parodie auf das „Bad“-Video, in dem alle Darsteller inklusive Michael Jackson von Kindern gespielt werden.
Danach erst beginnt die eigentliche Filmhandlung: Michael Jackson und drei Kinder bekommen zufällig mit, wie der skrupellose „Mr. Big“ seinen Handlangern den Befehl gibt, den Kindern der Welt Drogen zu verabreichen, damit diese von ihm abhängig werden. Als die versteckten Zuhörer bemerkt werden, werden sie von „Mr. Big“ und seinen Leuten gejagt, dabei gelingt es Michael Jackson den Gangstern zu entkommen, indem er sich in ein Auto verwandelt und ihnen davon fährt. Später trotzt er dem Kugelhagel der bewaffneten Verbrecher, indem er sich in einen Roboter verwandelt, danach noch in ein Raumschiff und so in den Himmel steigt und davon fliegt.
Verbunden werden die einzelnen Abschnitte der Geschichte durch Musik-Videos von „Speed Demon“, „Leave Me Alone“ und „Smooth Criminal“. Abschließend sieht man Michael Jackson in einer Performance des Beatles Cover-Songs „Come Together“. Während des Abspanns wird eine Darbietung der A-cappella-Gruppe Ladysmith Black Mambazo mit kurzen Making-Of Einblendungen zum Film gezeigt und im Anschluss daran eine Kurzversion des Musik-Videos von „Smooth Criminal“.
Bedingt durch die Ereignisse der letzten Wochen, habe ich relativ viel von Michael Jackson gehört und ich musste feststellen, dass seine Musik doch eine wesentlich höhere Qualität aufweist als das, was sich normalerweise Sänger nennt und stimmlich nicht einmal ein Lied durchhält, von tänzerischen durchaus abgesehen. Auch wenn ich nie ein besonders großer Fan von ihm war oder bin, hat mich sein Tod durchaus mitgenommen; er gehörte einfach zum Leben dazu. Auch ist mir aufgefallen, wie nett er zu dem Zeitpunkt aussah und was für ein sympathisches Lächeln er hatte.
Den Film dagegen kann man getrost vergessen: Es gibt keine Handlung, nicht einmal als Kinderfilm – als der der Film wohl gedacht war – taugt er, so dämlich ist er. Nett ist die Veräppelung einer meiner Lieblingslieder (Bad), welches mit Kindern nachgespielt wird. Ansonsten mochte ich die Lieder nicht – mit *Leave me alone* und *Smooth crimnal* werde ich in hundert Jahren nicht warm werden, zudem wurden die dazugehörigen Videos nur aus dem Film rausgeschnitten.
Fazit:
Der dümmste Film aller Zeiten und niemand, der Micheal Jackson in guter Erinnerung behalten möchte, sollte ihn sehen.
- Darsteller: Michael Jackson, Joe Pesci, Kellie Parker
- Regisseur(e): Jerry Kramer, Collin Chilvers
- Komponist: Bruce Broughton
- Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
- Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Hebräisch, Polnisch, Tschechisch, Kroatisch, Griechisch, Ungarisch, Türkisch, Isländisch
- Region: Region 2
- Bildseitenformat: 4:3
- FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
- Studio: Warner Home Video – DVD
- Erscheinungstermin: 18. Februar 2005
- Produktionsjahr: 1988
- Spieldauer: 89 Minuten

