Filmblog von Nomadenseele

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Archiv für März 2009

Ein weiter Ritt – Director`s Cut

mit einem Kommentar

Harry Collings will sein unstetes Cowboyleben aufgeben und zu seiner Frau zurückkehren. Nur langsam nähern sie sich einander an. Als Collins einem Freund beistehen muss, verlässt er seine Familie zum zweiten Mal. – Peter Fondas Regiedebüt zeigt den Westernhelden als zwiespältige Figur. Erstausstrahlung des Director’s Cut zum Start der Reihe „Die letzten Desperados“.

Nachdem Harry Collings mit seinem Partner Arch sieben Jahre lang durch die Weiten des amerikanischen Westens gezogen ist, entschließt er sich, zu seiner Ehefrau Hannah zurückzukehren, die er damals allein mit ihrem gemeinsamen Kind verlassen hatte. Hannah ist nicht begeistert von Harrys Rückkehr, stellt aber ihn und Arch auf ihrer kleinen Farm als Arbeiter ein. Doch bald ist die gegenseitige Anziehungskraft zwischen Hannah und Harry wieder da; die Beiden wollen es ein zweites Mal miteinander versuchen. Arch will das Familienglück nicht stören und zieht allein weiter. Doch dann wird er von einem Mann, den er einst verwundet hatte, gefangen genommen und gefoltert. So muss Collings zum zweiten Mal Frau und Kind verlassen.

Motorradrebell in die Filmgeschichte einging, gab Peter Fonda 1971 sein Regiedebüt. „Der weite Ritt“ ist ein Gegenstück zum wilden Kultfilm der damaligen Protestbewegung, ein melancholischer Western, in dem Fonda den müden Cowboy spielt, der endlich ein Zuhause will. Wie andere Filme des „New Hollywood“ durchbricht der Film die Konventionen des Genre-Kinos. Statt Action bietet Fonda über weite Strecken den ruhigen Erzählduktus eines Kammerspiels. Sein Abgesang auf den Western und den Westen ist ein historisches Porträt, aber auch eine aktuelle kritische Reflexion über den Verlust moralischer Werte im Vietnam-Krieg. Die atmosphärischen Bilder gestaltete Kamerameister Vilmos Zsigmond. „Die Technik – die lyrischen Überblendungen und Doppelbelichtungen, das Bemühen, Bilder zu bewahren, der Versuch, Licht in Materie und Symbole zu verwandeln – das alles gehört zu einer weniger jenseitigen als diesseitigen Mystik. ‘Der weite Ritt’ weiß, dass das Paradies verteidigungsfähig und gegenwärtig ist, aber er weiß auch, dass dort niemand lange bleiben kann, deshalb passt er so gut zum sanften Fatalismus des Western.“ (Roger Greenspun, The New York Times, 12.08.1971)

3SAT

Ein wunderschöner Film, der durch wunderschöne, ruhige, ja fast poetische Bilder besticht. Normalerweise mag ich keine Western – viel Knallerei, kein Tiefgang. *Ein weiter Ritt* dagegen hat keine Saloon-Schlägerein, keine obligatorischen Nutten und die weibliche Hauptfigur sieht auch durchschnittlich – realistisch aus.

„The hired hand“ ist eine überzeugende Parabel. Unrecht wird niemals ungeschehen. Wer Gewalt anwendet wird von ihr eingeholt und solange man den Kreis der Gewalt nicht aktiv durchbricht dreht er sich weiter.

Er berichtet von Männern, die schuldlos in Gewalt verwickelt werden, diese Gewalt rächen nur um anschliessend selbst wieder für ihre Rache büssen zu müssen. Dabei nehmen die Gewaltszenen im Film einen sehr kleinen Raum ein. Und wo geschossen wird da bleiben verkrüppelte und tote Menschen zurück. Und dies nicht nach Hunderten von Schüssen wie etwa in „Open Range“, sondern schon nach einem Dutzend.

Amazon-Kritik

In „Der weite Ritt“ ist der Böse übrigens kein Pistolero mit wehendem Mantel und blitzenden Colts, sondern offenbart sich als innerlich wie äußerlich verkrüppelter Niemand ohne Moral und Anstand.

Evolver

Was mir an dem Film sehr gefiel war, dass er versucht, dass Leben realistisch darzustellen, auch Entführungen damals vermutlich nicht zum Alltag gehörten. Aber die wundervollen Bilder zusammen mit einer tiefgängigen Geschichte haben mich davon überzeugt, dass nicht alle Western schlecht sind.

Critic.de

Amazon

IMDB

Geschrieben von nomadenseele

März 24, 2009 um 11:24

Veröffentlicht in Western

Sinn und Sinnlichkeit (Fernsehen, Dreiteiler)

ohne Kommentare

21:00 Sinn und Sinnlichkeit Im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihres Vaters werden die beiden Schwestern Elinor und Marianne Dashwood aus ihrem elterlichen Haus vertrieben… DETAILS Schließen Meine Wiederholung per E-Mail verschicken ARTE F © Mike Hogan/BBC 2007 Freitag, 6. März 2009 um 21.00 Uhr Wiederholungen: Keine Wiederholungen Sinn und Sinnlichkeit (Grossbritannien, 2007, 50mn) ARTE F Regie: John Alexander Kamera: Sean Bobbitt Musik: Martin Phipps Schnitt: Roy Sharman Darsteller: Anna Madeley, Charity Wakefield, Claire Skinner, Daisy Haggard, Dan Stevens, David Morrissey, Dominic Cooper, Hattie Morahan, Janet McTeer, Mark Williams Autor: Andrew Davies, Jane Austen Kostüme: Michele Clapton Ausstattung: James Merifield Maske: Karen Hartley-Thomas Produktion: BBC, WGBH Boston 16:9 (Breitbildformat) Im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihres Vaters werden die beiden Schwestern Elinor und Marianne Dashwood aus ihrem elterlichen Haus vertrieben. Aus scheint der Traum von standesgemäßen Heiratskandidaten und einem sorglosen Leben. Werden die beiden Schwestern ihr Glück finden? ARTE zeigt die Neuverfilmung des bekannten Jane Austen-Romans. Als ihr Vater stirbt, sind die Tage der Schwestern Elinor und Marianne Dashwood auf ihrem herrschaftlichen Anwesen Norland Park gezählt. Neuer Besitzer und Hausherr wird ihr Halbbruder John, dessen raffgierige und hochmütige Frau Fanny mit niemandem teilen will. In Anbetracht ihrer von nun an beschränkten Vermögensverhältnisse beziehen Elinor und Marianne mit ihrer Mutter und der jüngsten Schwester Margaret ein kleines Cottage in einer anderen Grafschaft, wo Sir John Middleton, ein wohlmeinender Cousin der Mutter, sie oft in sein Herrenhaus Barton Park einlädt, und seine Schwiegermutter, die freundlich-aufdringliche Mrs. Jennings, die beiden unter die Haube zu bringen versucht. Während die vernünftige Elinor Edward Ferrars vermisst, den Bruder der hochmütigen Fanny, mit dem sie eine aufkeimende Zuneigung verbindet, verliebt sich die impulsive Marianne heftig in ihren jungen und schneidigen Nachbarn Willoughby, der aber bald nach London verschwindet. Gleichzeitig wird sie von Colonel Brandon verehrt, einem weltgewandten, aber durch Schicksalsschläge etwas melancholisch gewordenen Mittdreißiger. Die beiden Schwestern folgen einer Einladung von Mrs. Jennings zur winterlichen Ballsaison in London, wo Marianne zu ihrem Leidwesen feststellen muss, dass Willoughby inzwischen mit einer reichen Erbin verlobt ist. Elinor muss sich von nun an nicht nur um ihre depressive Schwester kümmern, sondern trifft auch selbst auf eine Rivalin in Liebesdingen: Lucy Steele ist weder reich noch gebildet, dafür aber umso fester entschlossen, die Frau von Edward Ferrars zu werden, der ihr in seiner Jugend ein Heiratsversprechen gab. Elinor springt über ihren Schatten und ermöglicht dem Paar die Heirat, indem sie ihnen eine kleine Pfarrstelle mit eigenem Haus auf dem Landsitz eines Freundes organisiert. Angesichts der angeschlagenen Gesundheit Mariannes beschließt Elinor, London mit ihrer Schwester zu verlassen. Bei der Rückreise aufs Land zieht sich Marianne eine lebensgefährliche Lungenentzündung zu. Der besorgte Colonel Brandon holt die in Barton Park zurückgebliebene Mrs. Dashwood, damit diese ihre Tochter pflegen kann. Nach der überstandenen körperlichen Krise zeigt sich, dass Marianne auch seelisch gereift ist. Auch für Elinor gibt es ein Happy End: Ihre Konkurrentin Lucy Steele fand den enterbten Edward nicht mehr begehrenswert und hat sich kurzentschlossen Edwards jüngeren Bruder Robert geangelt. Als Elinor daraufhin in Tränen ausbricht, gesteht Edward ihr seine Liebe… John Alexander ist mit der Neuverfilmung von „Sense and Sensibility“ ein zauberhafter Film voll Anmut, Intelligenz und Schönheit gelungen. Jane Austens Roman ist ein pures Entzücken für Freunde der Romantik um Liebe und Standesunterschiede. Andrew Davies ist einer der profiliertesten Autoren Englands. Neben Fernsehadaptionen wie „Emma“ (Regie: Diarmuid Lawrence, 1997), „Stolz und Vorurteil“ (Regie: Simon Langton, 1995) und „Bleak House“ (Regie: Justin Chadwick, 2005), schrieb er auch die Drehbücher zu „Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück“ (Regie: Sharon Maguire, 2001) und „Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns“ (Regie: Beeban Kidron, 2004). David Morrissey feierte 1983 in der Fernsehserie „One Summer“ (Regie: Gordon Flemyng) seinen Durchbruch. Nach einer Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts (RADA) folgte ein zweijähriges Engagement bei der Royal Shakespeare Company (RSC). 1988 hatte er in Peter Greenaways „Drowning bei Numbers“ (1988) sein Kinodebüt. Den bisher größten Erfolg hatte David Morrissey mit Hauptrollen in David Yates Fernsehserie „State of Play“ und Stephen Frears „The Deal“ (beide 2003). Während er für „State of Play“ als bester Fernsehschauspieler für den BAFTA-Award nominiert wurde, erhielt er für „The Deal“ den Preis der Royal Television Society. Hattie Morahan hatte ihr Schauspieldebüt als 17-Jährige im BBC-Fernsehfilm „The Peacock Spring“ (Regie: Christopher Morahan, 1996). Nach einigen Auftritten am Theater, unter anderem für die Royal Shakespeare Company, spielte sie 2007 Schwester Klara in „Der goldene Kompass“ (Regie: Chris Weitz). Für ihre Verkörperung der Elinor Dashwood in „Sense and Sensibility“ erhielt Hattie Morahan 2008 den Magnolia Award des 15. Shanghai Television Festivals. Charity Wakefield wurde an der Oxford School of Drama ausgebildet. Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie in „(Past Present Future) Imperfect“ (Regie: Roger Thorp, 2004). Aktuell hat sie „Act of God“ (Regie: Sean Faughnan, Ezna Sands, 2008) und „Casuality 1907“ (Regie: Bryn Higgins, 2008) abgedreht.

Ich liebe solche Filme, dass ist genau das, was mich einen Abend an den Fernseher fesseln kann. Die Verfilmung von Ang Lee war auch ganz nett, aber den Dreiteiler würde ich auf jeden fall vorziehen. Die Bilder / Schauspieler sind ausgesprochen stimmig.
Ich wünschte, ich hätte im viktorianschen England leben können, die Leute hatten damals viel mehr Stil *seufz*.

Geschrieben von nomadenseele

März 6, 2009 um 8:43