Filmblog von Nomadenseele

Little Children

Veröffentlicht in Drama by nomadenseele am April 9th, 2008

p class=”MsoNormal”>Der Filmabend versprach eine Katastrophe zu werden:

Ursprünglich sollte es *Flags of our fathers* werden. DvD ausgepackt – das Cover war richtig, drin war aber irgendein unbekannter Fischanimationsfilm, wobei auch *Findet Nemo* mich nicht wirklich erfreut hätte. Also ein wenig Suspense gefällig? *Nummer 23* mit Jim Carrey schien das Richtige. Leider konnte man zwar die deutsche Tonspur anklicken, allerdings nicht hören. Normalerweise bin ich kein Fan von amerikanischen Filmen mit deutschen Hörspielen, aber wenn ich müde bin, ziehe ich sie vor.

 

Blieb Film Nr.3: *Little Children* mit Kate Winslet, ein Film der mich wirklich in seinen Bann zog.

 

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt:

Sarah lebt in einer für sie unbefriedigenden Ehe mit einem Werbemanager. Als sie ihn eines Tages dabei erwischt, wie er vor dem Computer onaniert (pikanterweise noch mit Schlüpfer über den Kopf) beginnt sie eine Affäre mit Brad, den sie zuvor auf dem Kinderspielplatz kennen lernte. Dieser ist Hausmann und (nach Meinung seiner Frau) angehender Rechtswalt. Zu Zeit zieht ein Pädophiler in die Stadt, was in dem Ort einige Aufregung verursacht. Die Lebensläufe all dieser Menschen sind miteinander verwoben.

Die Szene, die mich am meisten berührt hat, war im Literaturzirkel, als Madame Boverary besprochen wurde und Sarah ihre Erlebnisse mit denen im Buch vergleicht (wenn natürlich auch nur in Gedanken).

Tatsächlich könnte man meinen, in dem Film sei die Romanfigur zu neuen Leben erwacht: Die Hoffnunglosigkeit der Ehe und ihr Zerbrechen am Alltagstrott. Selbst die Charakterzüge des sonst nebensächlichen Ehemanns ähnlten Charles Bovary.

 

Alles, was Charles sagte, war flach wie ein Straßentrottoir, und Gemeinplätze und Binsenweisheiten zogen vorbei, ohne zum Aufbegehren, zum Lachen oder zum nachdenken zu reizen. – Genau so wird Sarahs Ehemann beim Besuch der beiden anderen Ehepartner potraitiert.

 

Das ist nur ein Aspekt dieses wunderbar vielschichtigen Films. Da wäre Brads Freund, ein ehemaliger Polistist, der sich einen tödlichen Fehler nie verzeihen konnte und seinen Selbsthass in der Kampange gegen den Pädophilen auslebt. Oder das Verhältnis seines Opfers zu seiner Mutter und seiner Obsession.

Weitere Informationen:

http://www.filmstarts.de/produkt/48440,Little%20Children.html

Flags of our fathers

Veröffentlicht in Drama, Kriegsfilm by nomadenseele am April 9th, 2008

*Flags of our fathers* gehört definitiv zu den Filmen, die man nicht gesehen haben muss. Das japanische Gegenstück *Letters from Iwo Jima* berührte mich sehr, da dort die einzelnen Charaktere, deren Geschichte und die Brutalität des Krieges zu sehen war.

*Flags of our fathers* ist dagegen erstaunlich saft- und farblos: Die Amerikaner treten gar nicht als Individuen hervor, sie haben keinen eigenen Hintergrund und die Geschichte – die Werbemanischerie für Kriegsanleihen – ist einfach langweilig. Zudem kommt es bis auf 2 Szenen zu keiner Verknüpfung beider Filme.

 

Im Vergleich zu *Letters from Iwo Jima* extrem schwach.

 

http://amazon.de/gp/product/B000Y2GX96/ref=s9_asin_title_1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-1&pf_rd_r=1V82119APF97PTEXGS35&pf_rd_t=101&pf_rd_p=162597691&pf_rd_i=301128

 

http://www.filmstarts.de/produkt/41761,Flags%20Of%20Our%20Fathers.html

Letters:

http://www.amazon.de/Letters-Iwo-Jima-Ken-Watanabe/dp/B000PKHVXE/ref=pd_sbs_d_title_1

<p

Pulse - Du bist tot bevor du stirbst

Veröffentlicht in Horrorfilm by nomadenseele am April 9th, 2008

Regisseur Sonzero über sein Werk: „Mich hat die Message des Films angesprochen. ‚Pulse’ behandelt den Widerspruch unserer heutigen Kommunikationstechnologie: Eigentlich soll sie uns zusammenbringen, und doch sorgt sie bei den Menschen oft für Entfremdung. Wir sitzen Stunden vor dem Computer, schreiben E-Mails, surfen im Internet, geben uns der Illusion hin, mit den anderen in Verbindung zu treten, aber dabei nehmen wir zwischenmenschlich ja gar nicht mehr mit den anderen Kontakt auf. Virtuelle Interaktion ist für mich der Sündenfall, das verlorene Paradies. Je mehr uns die Technologie verführt, desto stärker hängen wir von ihr ab. Sie verändert uns. Wir verlieren unsere Menschlichkeit und isolieren uns voneinander.“ Klingt intellekuell und der Film wird dieser Aussage auch nicht im Geringesten gerecht: Schicke Werbegrafik mit 1-2 Schockmomenten - und 85 Minuten verlorener Lebenszeit. Ich bin eigentlich recht empfindlich, was Schockmomente in Filmen angeht, da ich solche Filme kaum sehe, Leute die öfters Horrorfilme sehen dürften gelangweilt einschlafen.

Im Tal von Elah

Veröffentlicht in Drama, Kriegsfilm by nomadenseele am April 9th, 2008

Um ehrlich zu sein, wo der Film seinen Namen her hat weiß ich nicht bzw. was der Film mit David und Goliath zu tun hat. Vielleicht der Vater als David und die Army als Goliath?

Aber worum geht es?
Ein Soldat wird vermisst, der Vater sucht ihn. Als der Soldat ermordet aufgefunden wird, beginnt das Gezehre um Zuständigkeiten und vor allem ein sehr spannender Krimi. Wobei die Auflösung in dem Sinne unwichtig ist, wer den Mord begangen hat, als vielmehr darum, wie der Krieg die Menschen verroht, weswegen der Arbeitstitel *Death and Dishonor* auch wesentlich besser gepasst hätte. Die Kritik, dass der Film ein Spätstarter wäre und man der Polizistin die Rolle nicht abnimmt kann ich gar nicht nachvollziehen. Es ist nun mal kein Action-Film, der gleich voll durchstartet. Die Spannung wird aufgebaut und immer weiter angezogen. Mehr kann man in Vebindung zur Aussage des Films kaum erwarten. Mir jedenfalls hat er sehr gut gefallen.

Telepolis

Hotel Ruanda

Veröffentlicht in Drama, Politikfilm by nomadenseele am April 9th, 2008

Für den Film gibt es nur ein Wort: Beeindruckend.
Zu sehen, wie hauchdünn letztendlich die Decke unserer Zivilisation ist, ist erschreckend - das gilt nicht nur für Afrika, sondern wäre in Europa unter den gleichen Umständen genauso möglich. Wie auch in dem Ruanda - Film, der vor kurzem auf Arte lief, wurde auch hier explizit auf das Verhalten der westlichen Fernsehzuschauer hingewiesen: Wir sehen uns die Massaker im Fernsehen an, sagen *Ach wie furchtbar* - wenn überhaupt eine Reaktion erfolgt - und essen weiter. Bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht auch einmal so gleichgültig im Fernsehen betrachtet werden.

Von Löwen und Lämmern

Veröffentlicht in Politikfilm by nomadenseele am April 9th, 2008

Filmstarts hat den Film wunderbar zusammengefasst:

Die Politik hat versagt. Beim großen Spiel um Macht ist der Machterhalt längst zum obersten Ziel geworden, ohne den Bedürfnissen der Bürger übermäßig viel Beachtung zu schenken.

Seit wann is das etwas Neues? Im Grunde is es schließlich auch egal, welche Partei man wählt, Politik für die Bürger wird nicht gemacht. Gerade die Grünen haben es wunderbar vorgemacht, wie man Ideale für Macht verraten kann. Die FDP ist immerhin so ehrlich gar nicht erst zu behaupten, die Bürger würden sie interessieren. Die Bürger sind gerade in einer *Demokratie* wie in Deutschland nur bei der Stimmabgabe interessant.

Die Medien haben versagt (und sich mit der Politik arrangiert). Die großen US-Networks sind nicht weniger abhängig von Macht und Geld als die Politik selbst. Zum War on terror holte die Politik die Medien ins Boot, übte den Schulterschluss und ein Ende dieses embedded journalism ist bis auf Ausnahmen nicht in Reichweite. Selbst wenn das Klima nach sechs Jahren voller Fehlschläge, Lügen und Peinlichkeiten rauer geworden ist. Der Widerstand artikuliert sich vielmehr in den Internetblogs. Wie Politik und Medien arbeiten, führt „Von Löwen und Lämmern“ in der Geschichte um Senator Irving und Journalistin Roth entlarvend vor.

Das die Medien alle gleichgeschaltet sind (und ich benutzte bewußt diesen Begriff), sollte jedem klar sein. Ich lese auch Tageszeitung, aber im Grunde kann man sich die Zeit für die Propaganda der Regierungen und der Wirtschaft auch schenken. Witzig, wenn immer berichtet wird, in anderen Ländern gäbe es keine unabhängige Presse…wie soll man denn die aufgeplusterten Reuters-Meldungen unserer Presse nennen? Wir werden genauso manipuliert wie andere Völker auch.

Das Bildungs- und Erziehungssystem hat versagt. Wer in den USA eine außergewöhnliche Bildung erlangen will, ist auf Wohlstand und viel Geld angewiesen. Für diesen Typus steht der Student Todd, der hinter seiner zynischen Fassade die richtigen Schlüsse zieht, das kranke System durchschaut, aber resigniert, zu bequem ist, auch Taten folgen zu lassen, weil er es nicht nötig hat. Wer wie die beiden Soldaten Ernest und Arian über die Sportstipendien an die teure Bildung kommt, wird schief angesehen. Ferner verliert eine ganze Generation den Fokus aufgrund der fragwürdigen medialen Beschallung, in der Britney Spears’ desaströser Auftritt bei den MTV Music Awards oder Anna Nicole Smiths bizarres Leben inklusive Selbstmord über Wochen das Programm dominieren – während in der Zwischenzeit allein im Irak 160.000 Soldaten für einen nicht weniger fragwürdigen Krieg den Kopf hinhalten und niemand für dieses Problem eine Lösung hat. Diesen Bogen schlägt Redford in seiner dritten Geschichte um die beiden Soldaten. Denn..

Der Staat kann an kritischen Bürgern überhaupt kein Interesse haben. Alles muß nur fit für die Wirtschaft sein, siehe die Verkürzung der Abiturzeit. Natürlich ist es für den den Staat bequem, wenn wir per MTV, WoW & Co. immer mehr verblöden. Nur was tun? Ich kann es auch nicht ändern, sondern muß mit dem vorlieb nehmen, was an Bildung oder besser: Nichtbildung angeboten wird.

Das Militär hat versagt. Der Regisseur verteidigt keinesfalls das Militär, sondern nur die Menschen, die diese Befehle einer kopflosen, dilettantischen Führung ausführen müssen . Diese Spur führt direkt zurück zu Senator Irving, dessen nur vermeintlich überragende neue Strategie genau in das Desaster führt, wie die Jahre zuvor. So schließt sich am Ende der Kreis der Geschichten und der Kreis der Argumentation.

Zu den Schauspielern:
Tom Cruise habe ich seine Rolle als Politiker nicht abgenommen. Zu sehr präsent sind die Scientology - Videos auf YouTube. Als ich 2004 auf Adventure-Treff schrieb, dass ich ihn für einen recht guten Schauspieler halte, meinte ich das auch so. Durch seine ständige Präsenz in den Medien nehme ich ihm keine Rollen mehr ab.

Meryl Streep
wirkt in ihrer Rolle recht glaubwürdig, Robert Redford habe ich inzwischen in sovielen Rollen gesehen, dass es auch nicht mehr glaubwürdig wirkt. Am authentischsten wirken auf mich die ganzen unbekannten Schauspieler.

Und hier noch ein Verriss und der IMDB-Eintrag.

Hallo Welt!

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert by nomadenseele am April 9th, 2008

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